Donnerstag, 15. März 2012

Review: Ketelen's Brukke - Graeultaten / Memories Of Life (CD, Nordsturm/Sturmglanz)

Das deutsche Label Nordsturm Productions veröffentlichte mit vorliegender CD eine Band aus unserem Nachbarland Österreich. Das verheißt ja schonmal nicht wirklich gutes... könnte man annehmen. Befasst man sich aber etwas mit dem Album der Band, wird klar, dass man ihr mit diesen Gedanken Unrecht tun würde. Denn im Gegensatz zu vielen anderen österreicher Bands kann sich diese hier durchaus hören lassen.





Kein Wunder, steckt hinter der Truppe u.a. auch ein Mitglied von Nightforest, die ich ebenfalls sehr schätze. Nach einem nicht allzu langem Intro geht es dann auch gleich über in das erste Lied "Unheilig zu Staub und Aschen verbrennend"... ja, wenn das mal kein Titel ist. Da geht einem doch direkt das Herz auf! Zum Glück klingt die Musik dann auch genau so, wie es der Titel verspricht: leicht melancholisch beginnend, und übergehend in eine, irgendwo zwischen Mid- und Uptempo angesiedelten Hasstriade. Der Gesang ist schön keifend. Der nächste Song "Agony Of Despair" ist eine hymnische Black Metal Nummer geworden, die an alte deutsche Bands aus den Mitt-90er-Jahren erinnert. "Unnumbered Tears" ist dagegen schon etwas depressiver ausgefallen, wenn hier auch glücklicher Weise nicht der Fehler gemacht wird, und die Geschwindigkeit gedrosselt wird - was dieser Band gar nicht gut stehen würde. Hervorheben möchte ich hier noch den guten Mittelteil, der aus einer akustischen und einer schnellen Drum-Passage besteht. Mit "Beside His Shrine In Midst My Woods" wird dann auch den alten nordischen Helden gehuldigt, aber auch hier sind wieder Passagen zu hören, die eindeutig an alte deutsche und österreichische Bands erinnern. Es folgt mit "Marias Todestag" ein akustisches Zwischenspiel, bevor es dann mit dem, bereits vom Demo bekannten Lied "Vom Hausen mit den ledigen Dirnen" weitergeht. Eine recht schnelle Nummer, die sich aber zum vorhergegangenen kaum zu unterscheiden vermag, bzw. nicht wirklich heraussticht. "Der Teufel und der See" kann dagegen schon mit dem Death/Thrash-liken Anfang punkten. Auch der Rest des Songs ist wesentlich schneller und drumlastiger vorgetragen, als alles bisher dargebotene. Gefällt mir persönlich sehr gut - davon hätte es ruhig etwas mehr sein können. Es folgt ein ca. zwei Minuten langes Outro und das war's dann.

Fazit:
Kein schlechtes Album. Die meisten Songs haben durchaus Potential  und sind sogar sehr gut gelungen und vorgetragen. Allerdings fehlt mir hier ein wirklich herausragendes Stück. "Der Teufel und der See" kommt dieser Vorstellung zwar noch am nächsten, aber das reicht mir irgendwie nicht. So klingen viele Songs wie schon gesagt zwar nicht schlecht, aber trotz allem doch eine Spur zu gewöhnlich. Kann man sich durchaus anhören und ist mit Sicherheit besserer Durchschnitt, aber jetzt auch kein Must-Have-Album.

6.5 / 10 Punkte

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