Mittwoch, 18. Januar 2012

Review: Ordo Obsidium - Orbis Tertius (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Ende letzten Jahres erschien das Debüt-Album der Black Metaller aus Amiland Ordo Obsidium. Und zwar über das deutsche Label Eisenwald. Nun sind neuere Sachen, die jenseits des Pazifiks zu uns rüberschwappen, nicht gerade für ihre Qualität bekannt. Ob Ordo Obsidium diesen Eindruck widerrufen können, lest ihr im folgenden.







Gleich zu Anfang wird einem eigentlich klar, dass man es hier mit keinem durchschnittlichen Werk zu tun hat. So weist der erste Song immerhin eine stolz Länge von rund 12 Minuten auf. Und das ist mal kein inspirationsloses Geduddel, das unnötig in die Länge gezogen wurde. Das Lied "Nequaquam Vaccum" präsentiert sich als okkulte Schwarzmetall-Nummer, die zur Mitte hin einen schönen Funeral Doom-Touch bekommt, was die ganze Angelegenheit nur noch okkulter erscheinen lässt. Nachdem man dann wieder ein paar Takte schneller wird, wandelt sich das Stück wieder in einen (mittel)schnellen hymnischen Black Metal Song. Ein Lied vom Schlag "das hätte man auch einzeln als 7'' Single stehen lassen können". Das nächste Lied mit Namen "Into The Gates Of Madness" bringt es dann immerhin noch auf knapp 7 1/2 Minuten. Der zweite Song unterscheidet sich wiederum auch schon etwas vom ersten, denn hier wird 1A Black Metal mit einer mystischen Note gespielt - etwa vergleichbar mit bspw. Kathaaria. Insgesondere was die Geschwindigkeit anbelangt. Im letzten Viertel setzt dann ein kleines Break in Form eines Akustik-Parts ein, mit Keyboard-Untermalung und geht dann wieder über in einen okkulten Black Metal-Part. Der dritte Song "Orbis Tertius" beginnt als lupenreine Funeral Doom Nummer - und der Stil zieht sich durch den ganzen Song. Auch der Gesang scheint hier um einiges mehr Doom zu besitzen, als bei den vorhergegangenen Liedern. Ein starkes monumentales Epos an Verzweiflung, welches wie der erste Song eigentlich auch für sich selbst stehen könnte. Kommen wir zum vorletzten Song, namentlich "Emptiness Of The Moon". Dieser bietet wieder sehr starken Black Metal, hymnisch und erhaben... okkult! Das erinnert mich wieder an Kathaaria, aber in musikalischer Hinsicht auch etwas (entfernt) an alte Immortal-Werke. Es fällt eigentlich gar nicht auf, dass das Lied über neun Minuten Länge besitzt - und schließlich endet es in einem kurzen Keyboard-Outro, welches gleichzeitig auch das nun folgende letzte Stück "By His Unflinching Hand" übergangslos einleitet. Dieses knapp 12 1/2 Minuten lange Lied verschreibt sich wieder voll und ganz dem Funeral Doom. Die Symbiose aus Gesang und Instrumenten wirkt vollkommen, und so ein Gefühl von Verlassenheit und bloßer Trauer hatte ich durchgehend bei einem einzigen Lied lange nicht mehr. Zum Abschluss folgt noch ein fast herzzerreißender Akustikteil. Und das war's. Zurück in der Realität... schnell die Wiederhol-Taste betätigen.

Fazit:
Ein sehr starkes Album. Doch wirklich... es gibt momentan wirklich nicht viel, was mich zu begeistern weiss, und was meine schwarze Seele entzückt, aber dieses Album gehört definitiv dazu! Ordo Obsidium werden, bei gleichbleibender zukünftiger Qualität, in meinen persönlichen Olymp aufgenommen. Und selbst, wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann haben sie mit ihrem Debüt auf jeden Fall etwas sehr besonderes, monumentales geschaffen. Ein Album, dass sich keiner entgehen lassen sollte, der auf düstere atmosphärische Musik steht.

10 / 10 Punkte

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