Montag, 5. Dezember 2011

Review: Winterus - In Carbon Mysticism (CD, Lifeforce Records)

Das Label Lifeforce ist ja eher durch das Veröffentlichen diverser sogenannter Metalcore-Bands bekannt, und deshalb auch nicht wirklich relevant für mich. Auf Anraten eines Bruders hin habe ich mir dann aber doch diese CD aus dem Hause Lifeforce besorgt, soll sie doch recht anspruchsvollen Black Metal enthalten. Nun, Black Metal enthält die Debüt-CD der Amis Winterus auf jeden Fall - wenn auch nicht gerade den innovativsten...





Winterus orientieren sich bei ihrer Art von Black Metal recht stark am Mitt-90er-Black Metal aus Norwegen. So scheinen wohl vor allem Immortal als musikalische Vorbilder Pate gestanden zu haben. Das ist hauptsächlich beim Gesang und beim Drumming heraus zu hören. Beim Gitarrenspiel noch nicht einmal so sehr. Man hört der Band auch ihren Hang zur Perfektion und technischen Spielereien an - das ist zwar einerseits nicht schlecht, macht die Musik aber auch insgesamt unzugänglicher - die Songs gehen nicht direkt ins Hirn. Auch klingt einiges hier doch eine Spur "too much". Zu viel des guten, zu modern, zu mainstream und von der Musik her zu Core-lastig. Für ein wirkliches Voll-Album Debüt wird auch relativ wenig geboten... gerade einmal drei instrumentale Songs, drei Rehearsals am Ende und dann noch drei "wirkliche" Songs - insgesamt kommt man dann auf eine Spielzeit von gut 35 Minuten. Das hätte man besser als Vorab-EP oder als Demo in kleiner Stückzahl vertreiben sollen, den Preis eines Voll-Albums, welches auch über den Underground hinaus im Einzelhandel zu erwerben ist, finde ich hier bei weitem nicht gerechtfertigt! Hinzu kommt, dass ich die Rehearsal- oder Live-Songs wesentlich stärker und emotionaler finde, als den ganzen Rest des Albums!

Fazit:
Die Rehearsals gefallen mir sehr gut - davon ein paar mehr und hübsch als eine schicke Demo veröffentlicht - das wäre der Hammer gewesen. So bleibt lediglich ein (im Einzelhandel) überteuertes Debüt-Album, welches nur halbgar präsentiert wird und nicht wirklich fertig scheint. Trotzdem haben die Songs ihre guten Momente, vor allem, wenn die Mitt-90er-Note in ihrer Musik voll zum tragen kommt - aber allgemein könnte man sich hier als Käufer schon leicht verarscht vorkommen. An dieser Stelle ein Dank an K., der mir sein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

4.0 / 10 Punkte

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