Sonntag, 4. Dezember 2011

Review: The Midnight Meat Train (Einzel-DVD, Universal Studios)

Endstation: Blutiges Massaker. Zu extrem fürs Kino!!! ... diese und andere schlagkräftigen Worte finden sich auf dem Cover der DVD zu einem der wohl interessantesten Horrorfilme der letzten Jahre. Die Rede ist hier natürlich von oben genannter Filmadoption (2008) einer Kurzgeschichte von Clive Barker mit selben Titel - hierzulande bekannt als "Der Mitternachts-Fleischzug".







Im Gegensatz zu anderen jüngeren Adoptionen dieses Autoren, wie etwa "Book of Blood" oder "Dread" geht es hier, auch dank eines guten Budgets recht heftig und deftig zur Sache. Jedoch bleiben auch andere Punkte, die typisch für die Werke von Clive Barker sind nicht auf der Strecke... so ist der Film wirklich sehr düster von seiner Atmosphäre her, ist psychologisch dicht, hat interessante, kranke Charaktere und natürlich Sex und ein gewisses Maß an Perversion. Natürlich wie eingangs erwähnt auch Hektoliter-weise Blut und herumfliegende Körperteile. Clive Barker stand hier ebenfalls als ausführender Produzent Pate. Worum es genau geht? Leon Kaufman (verkörpert durch Bradley Cooper) ist ein Fotograf. Er betreibt dies jedoch nicht als Hobby - für ihn ist es mehr. Und als er durch einen Freund den Kontakt zu einer angesagten Kunstausstellerin findet, fühlt er sich immer mehr bestätigt. Gleichzeitig versinkt er aber auch immer tiefer in die Abgründe der menschlichen Seele. Er hat sich zur Aufgabe gesetzt, das wahre Gesicht der Stadt New York zu zeigen. Was er findet, reißt ihn nach und nach immer weiter in einen endlosen schwarzen Strudel. So wird er auf den stummen Mahogany (genial: Vinnie Jones) aufmerksam, der ihm nachts vor einer U-Bahn-Haltestelle im Anzug begegnet. Leon ist fasziniert von ihm. Er verfolgt ihn und findet alsbald heraus, dass der Unbekannte als Schlachter arbeitet. Bei seinen weiteren Nachforschungen stellt sich für Leon ein möglicher Zusammenhang zwischen Mahogany und einer brutalen Mordserie in der New Yorker U-Bahn her. Während seiner weiteren Recherchen gerät Leon immer weiter in eine andere dunkle Welt jenseits des Tageslichts, denn alle Spuren führen zu einer verlassenen, längst aufgegebenen U-Bahnstation.

Ein Horror-Thriller, der seines Gleichen sucht. Beängstigend und durchdacht. Kompromisslos, kalt und drastisch. Sowohl in Sachen Atmosphäre und in der Ausführung. Das "Schlachten" der Opfer wird detailreich ausgeführt, und selbst die hier und da eingesetzten CGI verursachen beim Zuschauen Schmerzen. Die Besetzung ist (wenn auch nicht durchweg) gut, die beste Arbeit liefert aber wohl Vinnie Jones ab, dicht gefolgt von Bradley Cooper. Auch sehr lustig ist der Kurzauftritt von Ted Raimi, dem kleinen Bruder von Sam, der auf wirklich beeindruckende Weise sein Leben lässt. Ohne jetzt noch weiter zu viel verraten zu wollen - schließlich soll es immer noch Leute geben, die den Film nicht gesehen haben - ende ich hier jetzt einmal mit der Rezension.

Als Bonus gibt es u.a. ein sehr interessantes Interview mit Clive Barker über den Film, seine Werke und Kunst.

Anbei zum Schluß noch ein interessanter Fakt: nachdem die FSK dem Film in seiner ungeschnittenen Fassung die Freigabe verweigerte, nahmen Universal auch Abstand von einem Deutschland-Release - eine Einstellung, die durchaus begrüßenswert ist, schließlich sollte man der Zensur keine Chance geben.

9.0 / 10 Punkte

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