Samstag, 3. September 2011

Review: Kamera Obskur - Bildfänger (CD, Cold Dimensions)

Man höre und staune... nach den Auflösungen der Bands Lunar Aurora und Nocte Obducta (die sind ja bereits wieder aktiv - edit anno 2012) haben sich ein paar ehemaliger Mitglieder der genannten Bands nebst einem Mitglied der ebenfalls bekannten Grabnebelfürsten zusammengeschlossen, um ein neues Projekt aus dem Boden zu heben. Kamera Obskur ist dabei herausgekommen, und nun präsentiert man mit "Bildfänger" das erste Album.




Die Musik, die hier gespielt wird hätte man, wirft man einen Blick auf die Liste der Band-Mitglieder, in dieser Form so wohl nicht erwartet. Progressive Rock- bis Metal-Musik mit Industrial/Ambient und psychedelischen Spähren, so könnte man das Ganze wohl in einem Satz umschreiben. Die Instrumente sind solide gespielt, vorallem die Gitarren sind schön rockig. Allerdings nervt mich der Gesang enorm. Der klingt nämlich nach einer penetranten Mischung aus Subway To Sally und Nevermore in ruhigen Passagen - nur ohne wirkliche Emotion. Besonders nervtötend wird es in sich wiederholenden Passagen wie in "Leichen im Keller".  Die Texte ansich sind eigentlich recht gut gelungen, und es gibt auch Songs, bei denen der Gesang auch passend ist wie bei "Ein Rest im Glas". Wirkliche Gefühlsregungen bietet er jedoch nicht... bis auf, ja bis auf eine Ausnahme, nämlich den Song "Ballade von der verlorenen Kindheit", in dem passagenweise die Instrumente einen oder zwei Gänge zulegen und sogar der Gesang in einen leichten Schreigesang übergeht. Dazwischen gibt es immer wieder eingestreute Ambient und Industrial-Passagen, die mich aber gerade beim zweiten Lied "Ein Rest im Glas" an Kirmes- oder Jahrmarktsmusik erinnern. Auch wagt man sich dank der elektronischen Einflüsse sehr in Pop-kulturelle Gefilde, was eigentlich ok ist, aber dann doch hier und da ein wenig "too much" wirkt.

Fazit:
"Bildfänger"... ist das Album nun gut oder schlecht? So ganz vermag ich es auch für mich nicht zu bestimmen. Was es aber auf jeden Fall ist... sehr experimentell. Die doch schon sehr psychedelischen Sphären, die hier erzeugt werden, scheinen wirklich nur unter dem reichlichen Konsum von halluzinogenen Mitteln ermöglicht worden zu sein. Auch hätte das Album in meinen Augen mehr Punkte verdient, aber der Gesang macht hier doch einiges kaputt.Wer sich also mit solcher Art Musik anfreunden kann, sollte mal ein oder zwei Ohren riskieren, sollte sich aber nicht von den Namen der hier beteiligten Leute blenden lassen, da Kamera Obskur so rein gar nichts mit den anderen Bands der Mitglieder zu tun hat.

6.0 / 10 Punkte

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen