Dienstag, 6. September 2011

Review: 40 Watt Sun - The Inside Room (LP, Cyclone Empire)

Die Band 40 Watt Sun aus London um Sänger und Gitarrist Patrick Walker gründete sich im 2009. Aufmerksam wurde ich auf die Musik der Doom Metaller durch ein Youtube-Video... dieses Video, bzw. dieser Song hatte mich so dermaßen beeindruckt, das ich nicht umhin kam, mir das Album auf Vinyl zuzulegen. Die Vinyl-Ausgabe stellt eine DLP dar, wobei die A-Seite "Restless" und "Open My Eyes" enthält. Die B-Seite hält den exklusiven Song "Take Me In" und "Between Times" bereit. Die zweite LP enthält auf Seite C die Lieder "Carry Me Home" und "This Alone", die D-Seite ist unbespielt, dafür aber sehr schön gestaltet mit dem Bandnamen, dem Album Titel und einem wunderschönen Artwork.

"Restless" ist der erste Song, und um den selbigen handelte es sich auch bei dem Video. Allein schon dieses eine, knapp 11 Minuten schwere Stück vertonter Melancholie und Sehnsucht rechtfertigt eigentlich schon den Kauf von "The Inside Room". Eine schwermütige Atmosphäre, die hier erzeugt wird, deren Grad an Emotionalität und Sensibilität ich schon sehr sehr lange nicht mehr vernommen habe in irgend einem Lied. Das gilt aber nicht nur für diesen Song, eher ist er erst die Spitze eines gewaltigen Eisberges, der sich über die Landschaften der restlichen fünf Songs erstreckt. "Open My Eyes", der zweite Song erinnert mich auch sehr stark an progressive Sachen wie Nevermore (ich denke da vornehmlich an ihre "Dead Heart In A Dead World" Platte), vor allem der Melodieverlauf lässt an Songs wie "Believe In Nothing" denken. Auch dieser Song ist dann gerade einmal zwei Sekunden kürzer als "Restless". Es folgt der Vinyl-exklusive Song "Take Me In". Ein im wahrsten Sinne des Wortes schwermütiges Lied, das trotz seiner vorhandenen depressiven Grundstimmung doch eine gewisse Hoffnung in sich birgt. Mit 'knappen' sieben Minuten Spielzeit aber einer der kürzesten Songs des Albums, zusammen mit dem folgenden "Between Times", der für Doom Verhältnisse etwas schnell gespielt wird. "Carry Me Home" ist da schon wieder eher episch schleppend, mit einem schönen instrumentalen Part zur Mitte und einem langgezogenen, aber sehr sentimentalen Gitarrensolo zum Ende hin. Es folgt mit "This Alone" auch schon der letzte Song von "The Inside Room". Ein sehr ruhiges und bedächtig langsames Stück, welches schon fast an eine Art Trauermarsch erinnert und als ausklingender Song daher bestens geeignet zu sein scheint. Und abrupt endet das Album... man fühlt sich gerädert und wie aus einem tiefen Traum gerissen. Zurück versetzt in die Realität, diese stinkende schmutzige Welt. Und spätestens dann hat man das Bedürfnis die Platte von vorne abzuspielen.

Fazit:
So und nicht anders muss für mich Doom Metal anno 2011 klingen! 40 Watt Sun haben es mit "The Inside Room" geschafft, einer fast schon totgeglaubten, eigentlich nur noch sich ständig wiederholenden Musikrichtung neues Leben einzuhauchen und den Doom Metal in die Moderne zu transferieren. Dazu kommt, dass es sich hier offenkundig um drei sehr begabte Musiker handelt (man höre sich als Beweis nur einmal die Akustik Version von "Restless" an - Gänsehaut garantiert!). Die schöne aber triste Aufmachung des Covers und der LP (insbesondere der D-Seite) tut ihr übriges zur Gesamtatmosphäre dazu. Ein rundum grandioses Werk, das ich all jenen empfehlen kann, die gute Musik lieben und noch nicht so gefühlsmäßig abgestumpft sind, wie so viele es heutzutage sind, sondern Emotion leben!

10 / 10 Punkte

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