Sonntag, 7. August 2011

Review: Ivenberg - Wunden (CD, Trollzorn)

Das zweite Album der gefeierten Coburger Band Ivenberg stellt für die Kombo einen riesen Schritt dar - zumindest in kommerzieller Hinsicht. So hat man "Wunden" nun unter dem Banner des eher schon Mainstream-lastigen Labels Trollzorn veröffentlicht. Warum nicht mehr unter Asatru veröffentlicht wurde, kann man nur mutmaßen, aber ich denke mal, dass man sich von der immer mehr offensichtlichen politischen Entwicklung des Labels, vorallem aber des Vertriebes entfernen wollte.




Wie dem auch sei, ist ja eigentlich auch egal. Politik stinkt sowieso. Zurück also zum Kern - der Musik von Ivenberg. Die Horde um den ehemaligen Varg-Mann Morsan bietet auf "Wunden" sage und schreibe 12 Lieder, die immerhin auf eine Spielzeit von knapp 48 Minuten kommen. Musikalisch hat sich im Gegensatz zum letzten Album "Leben heisst sterben" nicht allzu viel verändert: es geht hauptsächlich ohne Umwege nach vorne, mit kleinen Zwischenpausen, groovige Riffs paaren sich mit kompromißlosem Drum-Playing. Der Gesang hat sich im oberflächlichen Vergleich auch nicht großartig verändert, im Detail merkt man diesem aber doch einige mehr Fascetten an... so erinnert er beispielsweise bei "Kalter Engel" vermehrt an den Stil von Eisregen. In "Mein Traum" gibt es ein technisch sehr schönes und sauberes Gitarren-Solo zu hören. "Der Anfang" ist ein mit Samples unterlegter instrumentaler Einklang zu dem Stück "Amen", an dessen Ende Morsan das Vater unser rezitiert... natürlich in entsprechend vokaler Form: zunächst klar, aber nach und nach immer keifender. "Menschheitsalptraum" besitzt gar nicht zu überhörende Anleihen an den klassischen Death Metal (die sind zwar durchweg im Album enthalten, kommen hier jedoch wie ich finde am deutlichsten zum tragen). Auch der Break mit dem Flüstern und den Streichern im letzten Drittel des Songs kann sich hören lassen. Das weiß auf jeden Fall zu gefallen und sind nur einige der detailfreudigen Ideen, die die Band in diesem Album umgesetzt hat.

Fazit:
"Wunden" wird einigen vielleicht eine Spur zu 'modern' klingen. Das geht mir teilweise nicht anders, zumal es noch eine Spur technisch sauberer klingt als "Leben heisst sterben". Aber insgesamt betrachtet mag ich den Stil der Band - sowohl in musikalischer als auch in textlicher und konzeptioneller Hinsicht. Ein nahezu perfektes Metal-Album!

9.5 / 10 Punkte

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