Sonntag, 3. Juli 2011

Review: Isolation - Closing A Circle (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Eigentlich stellt "Closing A Circle" das erste wirkliche Voll-Album dieser Band aus Lübeck dar. So gab es zwar anno 2008 schon einmal eine hochwertige Veröffentlichung aus dem Hause Eisenwald, jedoch stellte dies nur eine Zusammenstellung eines Demos und einer EP dar. Nun liegt mir also das Album vor, und ich muss schon sagen... das, was hier geboten wird, ist eine sehr gute Arbeit und kann sich verdammt nochmal hören lassen!





Dabei hat sich der Stil der Band sehr stark gewandelt. Für all jene, die das Schaffen der Band aber bis hierher aufmerksam verfolgt haben, dürfte dies aber nicht weiter verwunderlich sein, sondern lediglich als logischer konsequenter Schritt gesehen werden. So hat sich der Stil-wechsel ja bereits auf der Split mit Austere aus dem Jahr 2008 abgezeichnet. Geboten wird nämlich statt Depressive Black Metal, eine depressive Mixtur aus Post Rock und Doom Metal - wobei der Depressiv Rock hier ganz klar überwiegt. Das ist schon in etwa vergleichbar mit der immer noch aktuellen "Gehirn zwischen Wahn und Sinn" von Fäulnis, auch wenn der Gesang hier nicht so Black Metal angehaucht ist und die Instrumente niemals in rasende Gefilde abweichen, sondern immer etwas gediegender bleiben und sich höchstens mal im schnelleren Midtempo wiederfinden. Im Gegenteil bietet hier Johannes einen sehr rockigen Klargesang, der jedoch auch mal in einen schreienden, oder eher brüllenden, Gesang übergeht. Das lässt einen passagenweise auch an Hardcore-Kombos denken - bestes Beispiel hierfür ist vielleicht "Fan the Flames". Etwas Shoegaze im Stile von Alcest lässt sich hier und da auch ausmachen (man höre sich nur das rein instrumentale "Nomad" an). Das hat alles nicht mehr wirklich was mit Black Metal zu tun, klingt aber auch vielleicht gerade deshalb sehr interessant, abwechlungsreich, erfrischend anders und unverbraucht.

Fazit:
Der eingeschlagene Pfad, den Isolation mit "Bleak..." bereitet haben, wird hier konsequent fort beschritten. Ein starkes Depressive Rock Album, welches nicht mehr das geringste mit Black Metal zu tun hat, das ich aber auch gerade deswegen als "tiefschwarze Kunst" einstufen würde. Ein dunkles, intensives und sehr emotionales Werk, welches mit Sicherheit seine Anhänger finden wird. Ich kann es nur jedem, der Wert auf eine gute Atmosphäre legt, ans Herz legen. Das Album kommt als Slipcase, wahlweise als normale Fassung oder im Bündel mit einem T-Shirt oder mit einem silbernen Aufnäher.

9.5 / 10 Punkte

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