Montag, 4. Juli 2011

Review: Die Toten kehren wieder mit dem Wind - Am Ufer des Sees (LP, Non Shall Defy)

Bereits im Jahr 2005 erblickte das zweite Album des Ein-Mann-Projekts Die Toten kehren wieder mit dem Wind das Licht der Welt, und verbreitete Dunkelheit in so manchem Herz und verfinsterte Geist und Seele. Das war vor rund sechs Jahren... nun, 2011, wurde das Album durch das Label Non Shall Defy Records wiederveröffentlicht - und zwar als hochwertige DLP-Fassung. Grund genug für eine erneute Bewertung.





Dabei ist die Packung schon ein Augenschmaus: die Hülle aus Raukarton in schlichten Mattgold- und Schwarztönen gehalten mit schwarzen Schutzhüllen und einem schweren Beiheft im Format der Hülle, inklusiver aller Texte. Wie gesagt DLP in schwarzem Vinyl, wobei hier Seite D unbespielt ist. Das Album selbst hält sechs Lieder bereit, die allesamt Überlänge besitzen, und nicht unter mindestens 7 Minuten Spielzeit kommen.
Seite A beinhaltet dann auch gleich den ersten und längsten Song "...als ich noch glaubte zu wissen, auf welchen Bahnen der Mond seine Kreise zieht..." - wow, was für ein Titel, das hätte Burzum nicht besser schreiben können... genauso klingt er auch. Black Metal, der wohl in erster Linie von den Werken Burzums beeinflusst wurde. Dazu passend auch ein ambienter Intropart. Auch Einflüsse von Bands wie Nargaroth (insbesondere die beiden Mini-Alben "Rasluka I + II" standen hier wohl Pate) lassen sich heraus hören. Insgesamt betrachtet, geht man hier jedoch um einiges rockiger zu Werke, wie die hier genannten Bands zusammen. So entsteht eine dichte instrumentale Atmosphäre, die zwar nicht immer was mit Black Metal zu tun haben scheint, aber sehr emotional gehalten ist. Das lässt sich auch auf den zweiten Song "An den schwarzen Wassern" übertragen, wobei dieser noch wesentlich mehr Ambient Black Metal inne hat.
Seite B hält "Das Lachen der lebenden Toten", einen größtenteils sehr schnellen, aber auch melancholischen Song. Hier gefällt mir besonders der instrumentale Part im Mittelteil, auch der ambiente Teil zum Ende hin kann sich hören lassen. "Menschwerdung/Staubäonen" halte ich persönlich für mit einen der besten Lieder auf diesem Album. Es präsentiert sich auch sehr rockig und erinnert teilweise auch stark an Dark Metal-Kombos. Das Solo am Anfang ist einfach genial.
Auf Seite C schließlich finden sich noch die beiden letzten Stücke: das melancholische Meisterwerk "Im kalten Grab" (in meinen Augen das beste, was DTKWMDW jemals aufgenommen haben) und das eher langsamere und tottraurige "Das Lied von den gefällten Weiden".

Fazit:
Eine mehr als lohnenswerte Veröffentlichung! Für mich persönlich lohnt sich der Kauf auch, wenn man - wie ich - bereits im Besitz der CD-Fassung ist, da die Aufmachung wirklich sehr hochwertig und detailverliebt ist. Zudem ist es ohnehin ein Must-Have wenn man doch eher dem traditonellen Vinyl zugeneigt ist. Limitiert ist die Platte im übrigen auf 300 Exemplare.

9.5 / 10 Punkte

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