Donnerstag, 30. Juni 2011

Review: Borderland (Einzel-DVD, Sunfilm, Uncut)

Der Streifen "Borderland" (Grenzland, Grenzgebiet) fiel mir erst gestern in die Hände. Mehr durch Zufall. Ich war mal wieder auf der Suche nach etwas Neuem, was mich vielleicht ansprechen und bewegen kann. Wobei - seit ich das Spiel Dead Space kenne, ist mir klar, dass mich nie mehr ein Film so sehr emotional ansprechen wird, wie dieses eine Game. Aber ich schweife ab...

Ich dachte mir also "nettes Cover, nette Beschreibung... nimmste mit".





Heute angeschaut, muss ich schon sagen, dass ich in sehr angenehmer Weise von dem Film überrascht bin. Inhaltlich geht es um drei junge Männer. Ed, Henry und Phil. Die drei Freunde wollen es vor dem Beginn ihres Studium noch einmal so richtig krachen lassen. Einfach mal die Sau rauslassen. Seine inneren Dämonen befriedigen. Gesagt, getan. Und schon finden die drei sich auf dem Weg zur mexikanischen Grenzen (richtig getippt: es handelt sich bei den dreien wirklich um Amis, wenn auch um ziemlich naive - außerdem scheinen sie allesamt Pazifisten zu sein, doch dazu später mehr). In einem kleinen Kaff kurz hinter der Grenze, im Borderland sozusagen, wollen die Jungs dann auch direkt mal ihren Gelüsten nachgehen, und so besucht man ein Bordell/Bar. Es kommt, wie es kommen muss - Phil, der jüngste und gleichzeitig auch noch religiöseste verliebt sich in eine minderjährige Nutte (die dazu bereits Mutter ist), die er eigentlich in dieser Nacht als "Geschenk" noch nehmen wollte. Ed hat derweil ganz andere Probleme: er "rettet" die Bardame vor den Übergriffen eines Schmierlappens und wird dafür beinahe abgestochen. Die Frau schlägt dem fetten Mexikaner derweil mit dem Baseballschläger eins über. Und Henry... ja Henry ist wirklich nur wegen der Nutten, des Alkohols und der Drogen hier. Nachdem die drei zugedröhnt mit irgendwelchen Pilzen in einer Nacht auf die Piste gehen, wachen nur zwei von ihnen morgens wieder im Hotel-Zimmer auf. Entsetzt stellen Henry und Ed fest, dass Phil, der sich letzte Nacht abgesetzt hatte, spurlos verschwunden zu sein scheint. Ihre Nachforschungen auf eigene Faust ergeben schnell, dass Phil im Drogenrausch in die Fänge einer Art Sekte geraten zu sein scheint. Man wendet sich also an die Polizei, doch die scheint weder interessiert, noch in der Lage zu sein, dem Treiben dieses geheimnisvollen Rings Einhalt zu gebieten. Also machen die zwei Freunde sich mit der Barkeeperin Valeria selbst auf die Suche nach ihrem Freund. Dabei stoßen sie auf den Cop Ullises, der schon eimmal vor einem Jahr mit der Sekte zu tun hatte. Er kennt das Versteck und das Gefängnis von Phil. Was weiter passiert? Ich will nicht zu vieles vorweg nehmen...es reicht zu wissen, dass in diesem Film nicht nur eine "Grenze"  überschritten wird. Kill and revenge. So wird auch aus Leuten, die noch nie eine Waffe in der Hand hatten, mit einem Male gnadenlose Killermaschinen, aus reiner Verzweiflung und Überlebenswillen heraus. An Schauspielern finden sich hier auch eher weniger bekannte Namen, so werden die drei Freunde von Brian Presley (Ed), Jake Muxworthy (Henry) und Rider Strong (Phil) dargestellt, von denen lediglich der letztgenannte dem ein oder anderen etwas sagen dürfte. So hat er in beiden Teilen von "Cabin Fever" mitgewirkt. Beeindruckt hat mich auch Sean Astin (hauptsächlich bekannt als Sam aus den Herr der Ringe-Filmen), der hier einen wirklich fiesen Bastard von Folterknecht zum besten gibt. Insgesamt eine überzeugende, wenn auch nicht immer ganz rationale Leistung, die hier von allen Beteiligten geboten wird.

Fazit:
So lustig, wie er sich teils in der Besprechung anhört, ist der Film wirklich nicht. Im Gegenteil. Er ist hart. Auf der Rückseite prangt "...in bester Hostel-Tradition" - und tatsächlich finden sich in den vereinzelten Folterszenen Anleihen an das Torture-Porn-Genre. Doch den Film darauf zu reduzieren, würde ihm in keinsterweise gerecht werden. Ich sehe in dem Film eher einen guten Okkult-Horror-Thriller mit derben Gewaltspitzen. Kleine Kostprobe: so wird ein Mann von ein paar Dutzend Kultmitgliedern mit Macheten bearbeitet, auch als er schon längst tot ist. Oder in einer Szene wird eine Frau enthauptet und ihrem blutüberströmten Körper wird ein Ziegenkopf aufgesetzt. Gliedmaßen werden hier sowieso schon mal ganz gerne abgetrennt. Einem abgeschlagenen Kopf werden die Zähne gezogen, damit er als Nahrung zubereitet werden kann und Augen werden aus ihren Höhlen entfernt unter sehr schmutzigen Bedingungen. Ist teils schlimmer als es sich hier anhört, da einiges auch im Off passiert. Trotzdem waren dies Gründe genug für die deutsche Zensurpolitik, hier die Schere mehr als genug anzusetzen, und so fehlen in der FSK 18-Fassung immerhin stolze 6 Minuten. Nicht so bei der schwerer zugänglicheren SPIO/JK-Fassung, die ist komplett ungeschnitten. Welche Fassung ich hiermit empfehle, dürfte klar sein. Ich empfehle ebenfalls, den Film im Original-Ton zu schauen. Die deutsche Synchro ist zwar sehr gut, aber einige der Stimmen kann ich als Hörspiel-Hörer in den Rollen nicht wirklich ernst nehmen, hehe.

8.5 / 10 Punkte

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