Donnerstag, 9. Juni 2011

Review: Alcest - Le Secret (LP, Prophecy Productions)

Alcest... dieser Name steht wohlwahr für Qualität in Punkto atmosphärischer Musik. Die Band aus Frankreich um Mastermind Neige, der u.a. auch in Bands wie Peste Noire oder Mortifera aktiv war/ist, veröffentlichte damals mit "Le Secret" das erste Werk unter dem Namen Alcest, wenn man einmal von dem Demo absieht. In den Augen des Künstlers kann es jedoch sehr wohl als Debüt angesehen werden, denn mit "Le Secret" verabschiedete man sich zeitgleich vom sehr rauen Black Metal des Demos und ebnete den Pfad, auf dem die Musik von Alcest fortan wandeln sollte...

Nun wurde dieses Frühwerk, welches ursprünglich als limitierte CD und Kassette erschien, von dem deutschen Label Prophecy wiederveröffentlicht - ebenfalls auf CD... und auf einer sehr edlen Vinyl-Ausgabe. Das Machwerk hält vier Lieder bereit, wobei es sich allerdings eigentlich nur um zwei Lieder handelt - so sind auf der A-Seite jeweils komplett neueingespielte (und durchaus auch intensivere) Versionen der beiden "Le Secret"-Songs zu hören, während die B-Seite die Stücke in der originalen Aufnahme enthält. Wie bereits angeklungen ist, sind besonders die Neueinspielungen sehr interessant, und so bietet "Le Secret" mit einer Spielzeit von etwa 13 1/2 Minuten reichlich Abwechslung, wobei der Gesang durchweg klar vorgetragen wird. Ein akustischer Intro-Part, gefolgt von Burzum-gesken Sphären - besonders der Part ab Minute 9 gefällt mir außerordentlich gut. Ein Stück voller Melancholie und Nostalgie mit Gänsehaut-Garantie. Der zweite Song "Elévation" (ebenfalls etwa 13 1/2 Minuten) steht eigentlich für sich als Titel schon für das sehr prägende künstlerische Merkmal der Band, denn wie so viele Alcest Titel kann auch dieser wieder verschieden interpretiert werden. Das zweite Lied beginnt mit einem sehr schönem, traurig anmutendem Sample (Chor) - was folgt ist wiederrum ein sehr "Filosofem"-orientierter Black Metal-Stil, wenn auch wesentlich schneller vorgetragen, als beim ersten Lied. Und nun kommt auch Neige's wunderbarer Schreigesang zum Einsatz, der sich auch fast vollständig durch das gesamte Lied zieht. Verfeinert wird das ganze mit gut plazierten Breaks und Tempowechseln - bis das ganze dann genau so endet, wie es begonnen hat, mit einem Chor.

Die beiden Originale unterscheiden sich in der Hinsicht zu den Neuaufnahmen, dass sie wesentlich rauer und ungeschliffener klingen. Auch die Spielzeiten unterscheiden sich doch schon um gute 1-2 Minuten. Insgesamt gefallen mir die Neuaufnahmen aber wesentlich besser.

Fazit:
Neige bezeichnet "Le Secret" im Beiblatt als das Debüt-Werk von Alcest im Geiste, da es die Grundidee und den Stil der späteren Werke zum ersten Mal zum tragen bringt. Die Idee dieser Wiederveröffentlichung gefällt mir, auch wenn es vielleicht manche als reine Geldmache abtun würden, so sehe ich in dieser 12'' EP eher eine Überbrückung zum nächsten Album, die sehr detailverliebt daherkommt. Dass man sich bei der EP Mühe gegeben hat, hört man bei den Neuaufnahmen, die eben nicht wie "einfach nur dahingerotzt" klingen, sondern die mit Herzblut vorgetragen sind. Die Originale als B-Seite dazuzupacken ist daher auch ein willkommener Bonus und macht die Sache für die Leute, die das Original noch nicht besitzen, wahrscheinlich nur noch interessanter. Die LP-Version kommt als schwarze Vinyl (500 Stück) und als blau-graue Vinyl (ebenfalls 500 Stück). Die CD ist soweit ich weiß nicht limitiert.

9.5 / 10 Punkte

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