Dienstag, 24. Mai 2011

Review: Visionaries Of Valiant Vagaries (4-Wege-Split) (CD, Slava Productions)

Es gibt beizeiten Veröffentlichungen, da lacht das Herz schon allein aufgrund der Aufmachung. "Visionaries of Valiant Vagaries" aus dem Hause Slava Productions ist so eine Veröffentlichung. Dabei handelt es sich hier um eine Split von vier Bands (die mit jeweils zwei Liedern vertreten sind), von denen zwei aus Deutschland und zwei aus Italien stammen.

 




Bevor ich zur Musik komme, ein paar Zeilen zur Aufmachung: professionelle CD im DVD-Case (Klarsicht), beidseitig bedrucktes Cover, ein beidseitig bedrucktes Blatt, dass sowohl als Poster und Infoblatt zu den einzelnen Bands dient, sowie einem vierseitigem Beiheft aus rauem Papier mit Liedertexten und zum Schluss noch einem exklusiven Aufnäher jeder Band.

Den Anfang machen Andrarakh aus Rostock, die mich ja in der Vergangenheit schon zu begeistern wussten, mit ihrer Art des depressiv-nostalgischen Black Metals. Den ersten Song bildet "Seelenwanderung", ein knapp 8-minütiges, sehr melancholisches Ambient-Stück, welches zudem mit Trommeln und Samples unterlegt ist, und dem einen oder anderen bereits von der Tape-Version der Demo "Von gefrierenden Wassern..." bekannt sein dürfte. Nach diesem atmosphärischen Einklang folgt "Einem Trugbildnis ergeben", welches die meisten wohl auch schon von der "Von gefrierenden Wassern..."-Demo kennen werden. Daher erspare ich mir hier längere Ausschweifungen, da das Review zu dieser Demo (selbstveröffentlichte CDr-Fassung) auch in meinem Blog nachzulesen ist.
Andrarakh: 7.5 / 10 Punkte

Es folgt nach diesem doch eher melancholisch-besinnlichem Stück das erste Lied von Triumphus Mortis aus Italien mit dem wohlklingenden Namen "Il Gelo del Silenzio" (etwa "Die Kälte der Stille"). Hier wird schon bei den ersten Klängen deutlich, dass hier ein anderer Wind weht. Ein Wind, der ziemlich von den Klängen Burzum's inspiriert zu sein scheint. Das kommt aber noch deutlicher beim zweiten Song "Il Volo del Corvi Imperiali" (soviel wie "Der Flug des kaiserlichen Raben")hervor. Monotoner, dennoch ergreifend hypnotischer Black Metal in Überlänge - davon könnte ich mir sogar noch wesentlich mehr als nur diese beiden Stücke anhören.
Triumphus Mortis: 9.0 / 10 Punkte

"Spirit" heisst das nun folgende Lied des eigentlich schon totgeglaubten Ein-Mann-Projektes Gorrenje. Im Beiheft wird der Titel übrigens als "Spirit of Black Metal" angekündigt, was wohl noch etwas deutlicher macht, um welchen "Spirit" es hier geht. Gorrenje wussten mich schon mit dem "Rabenglanz"-Demo aus dem Jahr 2005 zu fesseln und ich muss sagen, dass mir das hier noch einmal so gut gefällt. Sehr räudiger, schneller Black Metal, der das bietet, was der Titel verspricht. "Epoche der Dunkelheit", der zweite Beitrag von Gorrenje ist ähnlich, wenn auch nicht ganz so schnell vorgetragen, der Gesang mutet hier auch etwas verzerrt an, und lässt mich daher an Sachen von etwa Zorn denken (was nicht unbedingt nur negativ gemeint ist). Insgesamt gefallen mir die Beiträge sehr gut und besitzen sogar ein gewisses Kult-Potential.
Gorrenje: 9.5 / 10 Punkte

Als letzte Vertreter der schwarzen Künste erklingen Movimento d'Avanguardia Ermetico (was für ein Name) aus Italien und bieten ebenfalls zwei Lieder. "Discesa all'Ade e Resurrenzione" (etwa soviel wie "Abstieg in den Hades und Wiederauferstehung") bietet einen ähnlichen Black Metal wie die Landesbrüder Triumphus Mortis, nur um einige kranke und okkulte Ambient-Passagen erweitert. Ähnlich auch beim zweiten Song "Guerriero" ("Krieger"), welcher aus musikalischer Sicht auch einige Rock-ähnliche Passagen bietet, sowie Samples (hört sich jedenfalls nach Samples an). Wirklich nicht schlecht!
Movimento d'Avanguardia Ermetico: 9.0 / 10 Punkte

Fazit:
Insgesamt betrachtet eine wirklich runde, lohnenswerte Split-Veröffentlichung von vier eher unbekannten Bands aus Deutschland und Italien. Näher betrachtet fällt auf, dass die Italiener aus musikalischer Sicht hier wesentlich mehr zu bieten haben. Die Beiträge von Gorrenje haben mich ziemlich überrascht, zum einen weil ich die Band schon für tot glaubte und zum anderen weil die beiden Lieder wirklich sehr gut sind. Einzig enttäuscht haben mich Andrarakh etwas, da mit den beiden Beiträgen leider nichts wirklich neues geboten wird.
Limitiert auf 500 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 9. Oktober 2010)

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