Sonntag, 22. Mai 2011

Review: Todesstoß - Würmer zu weinen (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Was für ein kranker Scheiß... das war mein erster Gedanke beim Hören dieses neuen aktuellen Albums der Ausnahmeerscheinung Todesstoß. Hinter dem Projekt steht der wehrte Martin Lang, der ja in der Vergangenheit mit seinen Texten auch des Öfteren beim Iut de Asken vertreten ist / war.





Nun, für alle, die mit dem Namen Todesstoß nichts anfangen können, hier mal ein kleiner Querverweis auf bisherige Werke… so existieren Alben wie Jenseitslüge, Eine verlorene Seele, Stelldichein sowie diverse Split-Veröffentlichungen mit u.a. Deathgate Arkanum. Eines haben alle Veröffentlichungen aber gemein – und das ist ihre Ausnahmeposition, die sie in der hiesigen 'Szene' einnehmen. Die Musik von Todesstoß ist zutiefst nihilistisch, psychotisch und hässlich, zudem sehr monoton – bis auf die sägenden Lead-Gitarren, die gelegentlich einsetzen. Wo andere Bands noch auf gewisse Melodienfolgen wert legen, erscheint die Musik von Todesstoß eher nur wie ein kränkelndes Geschwür in der Magengegend. Black Metal-artige Musik scheint eine Symbiose mit schweren Industrial- und Ambient-Klängen einzugehen, so hört es sich jedenfalls an. Ich schreibe bewusst Black Metal-artige Musik, da man hier wohl kaum von Black Metal im eigentlichen Sinne sprechen kann, so scheint die Musik doch eher eine passende Untermalung zu Martin’s Gedichten zu sein. Mit anderen Worten: hier gibt es keinen Black Metal mit Texten, sondern Texte mit Black Metal - wenn ihr versteht, was ich meine.

Fazit:
Kranker Scheiß stand am Anfang meiner Rezension... aber was ist dieses Album nun genau? Krank? Definitiv... Scheiß? Mit Sicherheit... aber auch sicherlich ziemlich guter Scheiß. Sucht euch irgendein Klischee... Nihilismus, Psychosen, Agonie, Monotonie, Schizophrenie... Musik, die direkt von einem Geisteskranken stammen könnte. Musik zum töten und getötet werden... von Psychos für Psychos sozusagen. Solltet ihr mit alledem wie auch mit ausgeprägter Monotonie und Nihilismus allerdings nichts anfangen können, solltet ihr dieses Album und allgemein dieses Projekt lieber an euch vorüberziehen lassen.


9.5 / 10 Punkte

(original geschrieben am 25. April 2009)


"Würmer zu weinen"
01. Barfuß auf Knochen
02. Aasgefasel
03. Würmer zu weinen oder Vom Lebenshunger
04. Monotonie der Wunden
05. In stillen Wassern  

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