Montag, 23. Mai 2011

Review: Tavaron - Architektur des Schmerzes (LP, NiederRheinTerror)

Eine halbe Ewigkeit, so scheint es mir, war das zweite Machwerk der Duisburger Tavaron bereits angekündigt und allmählich glaubte ich ja nicht mehr wirklich an eine Veröffentlichung, gleichzeitig stieg meine Spannung aber auch ins Unermessliche, da ich zum einen gespannt war, wie sich Tavaron ohne Nazgul wohl anhören mag, ob dies überhaupt auf Platte funktionieren würde (auf diversen besuchten Konzerten funktionierte es auf jeden Fall), zum anderen stiegen aber auch meine Erwartungen an dieses Album. 

Würde es ein würdiger Nachfolger von "Suizid" werden? Eines vorweg: diese Frage kann ich ohne weiteres mit einem lauten "JA" beantworten!

Zugegeben - "Architektur des Schmerzes" klingt anders als "Suizid", musikalisch wesentlich ausgereifter und besser produziert - man könnte sagen, während das Debüt noch ein ungeschliffener Diamant war, ist das zweite Werk wirklich formvollendet. So bietet man hier dem geneigten Hörer sehr gut gespielten Black Metal, der meist sehr depressiv und melancholisch anmutet, jedoch auch sehr hasserfüllt und verachtetend vorgetragen wird. Die Texte sind geil geschrieben, vorallem freut es mich, dass sie sich an dem Stil des Debüts orientieren. Allerdings gibt es hier noch einiges mehr an Details zu entdecken: so z.B. der sehr geniale Einklang mit eingebauten Störgeräuschen, die ebenfalls in dem Ausklang namens "Schmerzerfüllung" zum Einsatz kommen (dieses Stilmittel hatte mir bei Andrarakh schon sehr zugesagt) und sehr zur Atmosphäre beitragen, auch kleinere Zwischensamples ("Architektur des Schmerzes"), Ambient-Passagen ("Seismische Seelenangst" - im übrigen geschrieben von keinem geringeren als Bartsch von Bethlehem) oder orchestrale Einlagen (z.B. bei "Nazgul") gibt's um die Ohren. Dazu sauber gespielte Soli, Breaks etc. Für jeden Liebhaber der Musik ist also etwas dabei und sollte daher jeden zufrieden stellen. Als Zusatzlied winkt sogar noch ein sehr Industrial-lastiger Remix des Titels "Namenlos", der sich auch perfekt ins Gesamtbild einfügt. Bleibt zum Abschluß wohl nur noch zu erwähnen, dass man mit dem Song "Nazgul" eben jenem, im Jahre 2005 verstorbenen Sänger (ist das wirklich schon so lange her?), endgültig ein Denkmal für die Ewigkeit gesetzt hat. Auch wenn ich ihn nie persönlich kennen lernen durfte, so schätze ich doch sein Schaffen als Künstler.

Fazit:
Es bleibt nichts mehr zu sagen, außer dass ihr euch dieses Album unbedingt und unter allen Umständen zulegen solltet. Zu beziehen ist es bei dem Label (
www.niederrheinterror.com). Veröffentlicht wurde es als Vinyl (Weiß/rote Splatter, Schwarz, Rot/Grünes Vinyl), A5-DigiCD (mit Bonuslied) und normale Jewelcase CD.

10 / 10 Punkte
(original geschrieben am 28. August 2009)

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