Montag, 23. Mai 2011

Review: Suamanucaedere - Mortem sibi Consciscere (CD, Schwaerze Productions - 2009)

Aus aktuellem Anlass möchte ich meine anderen, bereits angekündigten Reviews mal hintenanstellen. Der "aktuelle Anlass" ist in diesem Falle die zweite Veröffentlichung der Deutschen Untergrund Tonschmiede Schwaerze Productions, namentlich "Mortem sibi Consciscere" - das Debüt des Schweizer Duos Suamanucaedere (was ein unaussprechlicher Name).







Das Gruppen aus dem Revoluzzer-Staat Schweiz ja nun nicht gerade für qualitativ hochwertige Musik stehen und eher für Mitleid, Schadenfreude und gelegentliche Schmunzler oder wahres Gelächter beim Hörer sorgen, ist nicht erst seit Gurken wie Eisenwinter, Blutmond etc. bekannt. Im Gegensatz dazu bietet jenes Land aber auch relativ brauchbare bis gute Bands, wie beispielsweise Helvetic Frost, Hasskrieg, Pazuzu, Paysage d'Hiver... Suamanucaedere fügt sich in diesen Reigen guter Musik ein. Geboten wird fieser, bluttriefender Black Metal, der schwersten suizidal veranlagt scheint. Beworben wird dieser Stil als "Violated Depressive & Suicidal Black Metal". Wer hier jetzt aber wieder 08/15 BM-ähnliches Emo/Gothic-Gewichse befürchtet, sei hiermit beruhigt - was hier in 7 Liedern und knapp 65 Minuten Spielzeit präsentiert wird, lässt sich vereinfacht als ein Bastard aus alten Burzum (Debüt), Nargaroth (irgendwo zwischen der "Rasluka"-Reihe und "Prosatanica Shooting Angels"), Suicidal Vortex, Fäulnis und reichlich Funeral Doom bezeichnen. Natürlich sind diese Vergleiche doch etwas irreführend, denn die Musik der Schweizer bietet sich dem Hörer ungleich dreckiger und kränker dar, als es z.B. Nargaroth je geschafft hat, was auch nicht zuletzt an dem absolut kranken Gesang liegen dürfte. Dieser zeigt sich ziemlich facettenreich - einmal etwas tiefer, doomlastiger, dann wieder typisch für's Sub-Sub-Genre des "DSBM", dann mal wieder klar und im Flüsterton, so dass er kaum verständlich ist. Aber auch sehr Black Metal-tyisch fies, keifend und Galle spuckend. Verstehen kann man die Texte sowieso nicht, aber das macht ob der dichten Atmosphäre, die hier erzeugt wird nicht wirklich was. Es kommen auch ziemliche Metzel-Passagen vor, die man ja sonst vom depressiven Black Metal (was man allgemein heutzutage darunter versteht) nicht unbedingt gewohnt ist, und was erheblich zur todessehnsüchtigen Atmosphäre beiträgt - wer hat eigentlich einmal bestimmt, dass depressive und suizidale Stimmungen am besten durch langsame, schleppende Monotonie ausgedrückt werden können?! Auch akustische Passagen lassen sich hier finden, wobei man sich gerade bei "Close the fills me with pain" fragt, ob diese Passagen wirklich nur schlecht gespielt sind oder ob diese kränkelnde Darbietung als Stilmittel zu verstehen sein soll. Ich denke da aber eher an zweiteres, denn spielerische Aussetzer sind der Band kaum vorzuwerfen.

Fazit:
Violated Depressive Black Metal steht drauf und das ist auch definitiv drin! Eine selbstzerstörende Raserei der Emotionen, die einen in den Wahnsinn treiben kann. Vertonte Negativität - nichts weiter. Zum Abschluss ein paar Worte an alle Jäger und Sammler: das Album ist nämlich auch als auf 100 Stück limitierte Ausgabe im Pappschuber erhältlich, von denen die ersten 50 wiederrum eine rostige Rasierklinge enthalten. Durchnummeriert ist die ganze Angelegenheit aber leider nicht.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Covered
02. Disappear into empty and the mournful
03. Close the fills me with pain
04. Coagulated blood
05. Suamanucaedere
06. To forget
07. Exit

Laufzeit: ca. 64 Minuten

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