Sonntag, 22. Mai 2011

Review: Nozghot - Secrets Of The Soul (CD, Eigenproduktion)

Ein Vorteil der Nachtschicht ist sicherlich, dass man während der Arbeit mal ungestört Musik hören kann, den Klängen von Bands zu lauschen um gegen das Einschlafen anzukämpfen - der Nachteil ist sicherlich, dass man zwischen arbeiten, zu Hause schlafen und scheißen wohl kaum mehr Gelegenheiten hat, als neue CDs zu rippen oder öde Rezensionen zu schreiben, hehe.







Nun ja, gestern erreichte mich endlich dieses Demo Album des Deutschen Projektes Nozghot (ich benutze das Wort "Projekt", da hinter der Band lediglich eine Person steckt), welches ich dann auch direkt mal für die Nacht auf meinen mp3-player gezogen hab. Also direkt mal auf dem Weg zur Arbeit und wie gesagt auch während der Arbeit angehört. Über Nozghot war mir bis dato nicht viel bekannt, laut metal-archives.com 2004 ins Leben gerufen und alleinige Band von Vinterstorm. Das besondere dabei: bei Vinterstorm handelt es sich um eine Frau! Ja, ihr lest richtig - und ich möcht jetzt keine dummen Äußerungen hören, von wegen "Frauen haben nix im Black Metal zu suchen" - das Gegenteil haben ja schon einige vorher eindrucksvoll bewiesen.

Aber widmen wir uns nun dem musikalischen Treiben der Band. Das instrumentale Intro macht schon gleich zu Anfang an deutlich, dass dieses Album sich nicht an Leute richtet, die auf schöne Melodien stehen. Disharmonische Klänge und Mißtöne beherrschen das Klangbild ... eisig kalt und messerscharf. Doch nicht nur dies sind Bestandteile der Musik Nozghot's, so wird gerade bei den nächsten zwei Liedern deutlich, dass auf eine dichte Atmosphäre in Form von melancholischeren und verzweifelteren Melodiebögen ebenso Acht gegeben wurde. Mit "The Realm" hat man gar einen richtig guten "epischen" Song kreiert. Melancholisch düster, hymnisch getragen, hypnotisierend monoton - vertonte Einsamkeit, hoffnungslos und düster. Der Soundtrack für einen nächtlichen Ausflug in den Wald. "Eiszeit" geht da schon weitaus kompromißloser zu Werke und klingt sehr misanthropisch, aber durch den genialen Akustikpart auch sehr verträumt und naturverbunden. Ähnlich verhält es sich im nächsten Lied. "Leave this world" ist da dann noch einmal ein knapp 8-minütiger eher depressiver Black Metal Song. Dazu passend immer der extrem raue Gesang, der sich eigentlich perfekt in das übrige Klangbild einbindet.

Fazit:
Nun, ich bin angenehm überrascht von der CD (im übrigen handelt es sich hier um eine bedruckte schwarze CD). Sowas kriegt man heutzutage doch eher selten zu hören, denn gerade der musikalische Pfad, den Nozghot beschreitet, erfordert auch Mut und auch ein gewisses Gespür für das Vetonen von Gefühlen ... denn gekonnt Monotonie mit extrem rauen Klängen zu verbinden, dazu aber auch noch wirklich gefühlvolle Atmosphären zu erzeugen - das kriegt bei weitem nicht jede Band hin - Nozghot schon! Im Großen und Ganzen handelt es sich hier einfach um eine Band die man entweder liebt oder hasst, und sei allen ans schwarze Herz gelegt, die auf ungeschliffenen räudigen, aber gerade deshalb auch authentischen Black Metal stehen.

8.0 / 10 Punkte

Darbietungen:
01. Deep in the Woods - Part I (Intro)
02. Under the Oak of Eternal Sorrow - Part I
03. Eternal Winter
04. The Realm
05. Eiszeit
06. Under the Oak of Eternal Sorrow - Part II
07. Leave This World
08. Deep in the Woods - Part II (Outro)

Laufzeit: ca. 41 Minuten

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