Dienstag, 24. Mai 2011

Review: Graveland & Kreuzfeuer - Tribute To The King Of Aquilonia (EP, Darkland Records)

Wer hätte das gedacht? Anno 2010 lässt die Deutsche Band Kreuzfeuer nach dem Tod ihres alten Sängers wieder von sich hören. Zwar nur in Form eines einzelnen Liedes, aber das ist immerhin sehr schick verpackt in einer 7'' Split mit dem ebenfalls sehr kultigen Ein-Mann-Bollwerk Graveland aus Polen...

 





Auf Seite A präsentiert dann auch gleich Herr Darken seinen neuesten Output mit "King of Aquilonia". Eigentlich wie immer und typisch für neuere Sachen von Graveland. Einleitung durch einen Chor, peitschende Gitarren, schepperndes Schlagzeug - immer nach vorn - den Abschluß bildet dann auch wieder ein Chor. Allerdings - und ich weiss nicht genau, ob es hauptsächlich nur daran liegt, dass es sich nur um ein einzelnes Lied handelt - muss ich sagen, dass dieser Song für mich das kompositorisch beste darstellt, was Rob Darken unter dem Namen Graveland seit Jahren veröffentlicht hat! Hinzu kommt noch der positive Aspekt, dass Keyboards fast gar nicht zum Einsatz kommen - und wenn dann fast ausschließlich nur in den Chorpassagen. Beim Hören von "King of Aquilonia" kommen mir ähnliche Bilder in den Sinn, wie ich sie noch mit glanzvolleren Zeiten Gravelands asoziiere (explizit "Immortal Pride").
Graveland: 9.0 / 10 Punkte

Die Platte umgedreht und es erklingen Kreuzfeuer mit "Zündet die Feuer". Musikalisch mächtiger als jemals zuvor. Geboten wird eine nette Mixtur aus Black/Pagan Metal, Thrash und Death. Dominierend ist aber eindeutig der Black/Pagan Metal, so kommt beispielsweise im Refrain auch Klargesang zum Einsatz und der Sänger hat eine sehr schön keifende Stimme. Auch wenn man sagen muss, dass man Kreuzfeuer eindeutig ihre Vergangenheit als Skin-Rock Band anhört. Nicht weiter schlimm, ich freu mich jedenfalls mal wieder etwas von dieser Kombo gehört zu haben.
Kreuzfeuer: 8.0 / 10 Punkte

Fazit:
Rob Darken hat es mit seiner Graveland-Seite geschafft, mir zu beweisen, dass er doch noch gute Sachen jenseits des 08/15 Pagan Black Metals veröffentlichen kann. Kreuzfeuer haben mich in mehrerlei Hinsicht überrascht - zum ersten, weil sie überhaupt mal wieder von sich hören machen, zum zweiten, weil das hier gebotene Tonmaterial wirklich nicht zu verachten ist - wenn man sich mit dem Thrash- und Rock-Einschlag anfreunden kann versteht sich. Bleibt noch zu erwähnen, dass diese 7'' Split-Vinyl auf 1500 Exemplare limitiert ist - natürlich durchnummeriert. Die ersten 500 kommen in einem sehr schicken grau-schwarzem Splatter-Vinyl - erinnert an dunklen Marmor oder Granit.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 24. Januar 2011)

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