Freitag, 20. Mai 2011

Review: Brocken Moon - Das Märchen vom Schnee (CD, Northern Silence)

Nun, dies ist es also, das zweite Album der Band Brocken Moon. Jene Band, die mich schon anno 2005/2006 mit ihrem Debüt "Mondfinsternis" in ihren Bann zogen und faszinierten. Bis dato war dieses Album eins der depressivsten und düstersten Deutschen Pagan Black Metal Scheiben, die sich seit langer Zeit gehört hatte.








Während das Debüt noch unter Christhunt erschien, veröffentlichte man das neue Werk "Das Märchen vom Schnee" unter Black Metal Mafia, bzw. später erneut über Northern Silence. Brocken Moon, bekanntlich ein Projekt von Aaskereia, üben mit diesem Album auch wieder eine hypnotische Faszination auf mich aus, auch wenn dies auf anderem Wege und aus anderen Gründen geschieht als noch beim Debüt. Die Musik wird dem Titel der CD auf jeden Fall gerecht, denn sowohl die Texte als auch die Musik an sich gleichen einem melancholischen winterlichen Traum, einem traurigen Märchen. Das Konzept des Albums ist erfrischend und hebt sich vom stupiden Standard des Black Metal eindeutig ab, allerdings bleibt dabei das Persönliche (jedenfalls im direkten Sinne) in den Texten auf der Strecke, wie man es noch beim Debüt hatte.

Textlich geht es um die Geburt und den Tod. Das Märchen erzählt von einer Fee, die aufwächst, sich des Lebens und der Schöpfungen der Natur erfreut, bis sie erkennt, dass das Leben nicht das ist, was es einem vorgaukeln will - nämlich schön und unbeschwert... eine gewagte Interpretation, die sicherlich auch nicht ganz zutreffend und vorallem nicht vollständig ist, aber ich glaube im Großen und Ganzen trifft sie schon zu - was es dabei mit dem Schnee auf sich hat, sollte jeder von euch selber lesen und hören.

Musikalisch gesehen wird hier emotional geprägter, melancholisch verträumter und hoffnungslos trauriger Black Metal gespielt, der mal doomig langsam aber dann wieder schnell vorgetragen wird, ohne sinnlos rasend zu wirken, zeitweise erinnert der Stil sogar an alte Sachen von Dornenreich. Aber die Haupteinflüsse dürften hier wohl bei alten und neueren Black Metal-Sachen von Burzum liegen auch wenn hier in keinsterweise geklaut oder kopiert wird. Vereinzelte verzweifelte Klargesänge kommen hier ebenso zum Einsatz wie schöne Keyboard- und Akustikpassagen und Natursamples (Eulen...).

Fazit:
Ein Machwerk, welches die Prägung "Depressiver Black Metal" auch wahrhaft verdient hat. Ein trauriges Märchen ohne Happy-End. Eine Musik, welche wie die Texte sehr vielen Gemütsschwankungen unterlegen ist. Auch wenn ich mit Aaskereia nie was anfangen konnte... Brocken Moon zählt nicht erst seit diesem Album zu meinen Favoriten. Insgesamt gesehen, ist das Album im Gegensatz zum Vorgänger monotoner, was aber nicht unbedingt negativ sein muss. Viele hatten als Kritikpunkt auch das überlange Outro (Teil VI, über 20 Minuten), welches nur instrumental vorgetragen wird. Nun ich finde es sehr atmosphärisch, aber es fällt wirklich schwer es an einem Stück durch zu hören, da die Musik eigentlich immer gleich bleibend ist und ansonsten nichts mehr geboten wird. Zwar hat das Burzum schon langweiliger hinbekommen, trotzdem hätten es hier 10-15 Minuten weniger auch getan. Trotz diesem Punkt für mich definitiv eines der besten Alben dieses Jahres! Absoluter Pflichtkauf für alle, die melancholische und depressive Musik mögen!

9.0 / 10 Punkte

Darbietungen:
01. Teil I
02. Teil II
03. Teil III
04. Teil IV
05. Teil V
06. Teil VI

Laufzeit: ca. 50 Minuten

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