Montag, 23. Mai 2011

Review: Balnasar - Reich der Asche (CD, Schwaerze Productions)

Hier ist sie nun, die neue CD des Duos Balnasar, welche mit gerade einmal vier Titeln mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 30 Minuten ein Mini-Album enthält... allerdings ein Mini-Album, was sich in diesem Fall wirklich gewaschen hat.






Noch großartig viele Worte über die sympathische Band aus Stralsund zu verlieren, wäre wohl überflüssig - frühere Reviews aus meiner Feder bezeugen glaube ich genug, dass die beiden Herren Bavragor und Nosophoros es durchaus verstehen, mich mit ihrer Musik in Balnasar's Bann zu ziehen. Trotzdem, der Vollständigkeit halber hier einmal eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse: im Jahre 2008 erschien mit der "Promo" ein erstes Lebenszeichen, kurz darauf folgte dann die erste CD-Veröffentlichung im Rahmen der 4-Wege-Split "Chöre des Niedergangs", dann das erste Album (ebenfalls unter "Schwaerze") und jetzt schließlich diese MCD namens "Reich der Asche".

Nun, was erwartet den geneigten Hörer hier nun genau? Oberflächlich betrachtet ein weiteres typisches, sehr depressives Machwerk von Balnasar. Bei genauerem Hinhören, bzw. nach mehrmaligen Durchläufen des Tonträgers offenbart sich einem aber erst die wirkliche Detailverliebtheit, die gesamte Atmosphäre, die dieses Werk inne hat und die Hingabe, mit der es dargeboten wird. Depressiv ist es natürlich, aber man geht hier doch anders an die Sache heran, als noch auf dem Debüt "Ein kalter Nachtgedanke". So wirkt "Reich der Asche" ungleich dreckiger, kälter - ja, sogar verzweifelter und vorallem hasserfüllter! Die vier Lieder haben jeweils eine Laufzeit von ca. 7-8 Minuten, genügend Raum also für karge Klangwelten, erzeugt von verzerrten Gitarren, langgezogenem, gequältem Schreigesang und Keyboardpassagen. Übrigens wird hier auch schon einmal klar gesungen (teils) und hier und da erklingt auch schonmal eine Akustikgitarre. Aber der Fokus liegt natürlich bei Depressiv Black Metal - und der wird grandios vorgetragen. Vor allem fällt positiv auf, dass Balnasar, wie bei so vielen Bands dieses Genres üblich, nicht nur langsame und schleppende Musik, die nach einer Weile wirklich nervtötend sein kann, fabrizieren, sondern ihren Hörer auch ein gewisses Maß an Abwechslung bieten - so gibt es teils doch schon gravierende Tempowechsel, dann wieder nur Passagen, in denen nur Tastenklänge zu hören sind, und natürlich fehlen die schleppenden Passagen auch nicht.

Fazit:
Dass Balnasar in meinen Augen so etwas wie die neuen Vorreiter des Deutschen Depressiv Black Metals sind, wissen geneigte Leser meines Blogs wohl schon seit längerem. Und diese MCD hat mich in dieser Ansicht mal wieder vollauf bestätigt. Ich kenne kaum eine andere Band (vorallem im nationalen Raum), die ihren Hörern mehr zu bieten hätte. Ein geniales Machwerk, welches mich so in seinen Bann zieht, wie schon ihr Split-Beitrag "Gedankenhass". Ein Albtraum, das Nichts, ein böses Märchen... Umschreibungen, die nicht treffender sein könnten. Im übrigen sind die (wirklich gelungenen) Texte diesmal alle abgedruckt! Von mir daher volle Punkzahl!

9.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 21. April 2010)

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