Dienstag, 24. Mai 2011

Nostalgie-Review: Deinonychus - The Silence Of December (CD, Cacophonous Records)

Aus dem Jahr 1995 stammt eben dieses erste Album der, inzwischen aufgelösten Band aus den Niederlanden - wobei es sich ja hauptsächlich um eine einzelne Person handelte.
Dessen Pseudonym war zu dieser Zeit noch schlichtweg "Odin", doch schon mit den nächsten Werken legte man diesen ab und gab sich mit bürgerlichem Namen zu erkennen, und machte auch gravierende Einschnitte, was den Stil der Musik anging.



Ist das Debüt noch ein ziemlich ausgeklügeltes Black Metal-Album, so sind doch Werke wie "Ark of Thoughts" mehr doomiger Natur, was wohl auch an der späteren Besetzung lag. Soviel also erst einmal zur Geschichte - nun zum Album.

"The Silence of December" ist ein, ich sage mal für diese Zeit wohl sehr gewagtes Album. Stellt euch einen bizarren Bastard aus Stutthof (And Cosmos...), Burzum (Debüt), Immortal und alten Sachen von Bethlehem vor und ihr habt so ungefähr eine Vorstellung von dem, was es auf diesem Album um die Ohren gibt. Der Stil ähnelt von seiner kränklich-melancholischen Atmosphäre doch sehr dem von alten Bethlehem, vorallem wenn Herr Kehren (besagter "Odin") alleine singt. Wirklich interessant sind jedoch die Stücke, wo neben ihm auch Sephiroth, der u.a. auch bei der Kult-Band Bestial Summoning aktiv war, seinen Senf dazu gibt. Der Gesang ist auf den ersten Eindruck wohl gewöhnungsbedürftig, hat man sich aber erst einmal an diesen schrillen, absolut kranken Schreigesang gewöhnt, offenbart sich einem erst die volle Wirkung der Musik. Denn verbunden mit der Musik entsteht eine bedrückend kalte, fast schon klaustrophobische Atmosphäre, die vieles von dem, was heutige Bands so bieten, locker in die Tasche steckt.

Wer sich für krankhaften, irgendwie seltsam schwarzromantischen und melancholischen Black Metal begeistern kann, sollte unbedingt nach dieser CD Ausschau halten. Black Metal mit Doom-Einschlag, Horror-Soundtrack-mäßigen Keyboards und zwei starken, wenn auch sehr konstrastreichen Sängern. Mir ist indes kein Mailorder bekannt, der sie noch im Shop hätte (obwohl mir über eine Limitierung nichts bekannt ist), aber auf Börsen oder in Second-Hand-Läden könnte man noch durchaus fündig werden. Musik für Liebhaber!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen