Sonntag, 22. Mai 2011

Interview mit Vinterstorm von Nozghot



Kraehenblut:
Also Vinterstorm, ich grüße dich erst einmal. Es freut mich, dass wir es noch einrichten konnten und natürlich danke ich dir auch, dass du überhaupt Interesse an einem solchen Vorhaben gezeigt hast.

Vinterstorm:
Hallo. Ich danke Dir für diese Möglichkeit, ich fand die Idee, so ein Gespräch zu machen, unterstützenswert und freue mich natürlich auch über Dein Interesse.

Kraehenblut:
Nach dem Hören deiner bisherigen Werke, bzw. Werkes, fand ich es auch einfach eine interessante Idee, dich zu einem Gespräch zu bitten und Nozghot einfach besser kennen zu lernen und zu verstehen, da ich bisher auch noch kein Interview mit dir irgendwo gelesen habe. Aber zunächst einmal, die wohl obligatorischste Frage überhaupt... nämlich die nach deinem bisherigen Schaffen. Ich meine, für viele dürfte Nozghot noch ein unbeschriebenes Blatt sein... gibt es auch noch andere Projekte/Bands, in denen du tätig bist?

Vinterstorm:
Es gibt auch keine anderen Interviews mit mir. Bisher gibt es zwei Veröffentlichungen von Nozghot: das "Secrets of the Soul" - Album aus dem Jahr 2006 und die Split-CD mit Suicidal Vortex, die dieses Jahr erschienen ist. Ich habe bis Anfang dieses Jahres in einer Band Schlagzeug gespielt und werde das hoffentlich auch bald wieder tun. Zur Zeit spiele ich aber in keiner anderen Band.

Kraehenblut:
Um auf dein Album "Secrets of the Soul" einzugehen: Als ich es zum ersten Mal hörte, fand ich es, nun ja, eigentlich nur Mittelmaß. Doch inzwischen komme ich wirklich nicht mehr los von dieser Musik. Die Faktoren, die mich vorerst störten, wie z.B. die dreckige und holprige Produktion oder aber auch der zu übersteuerte Gesang machen für mich jetzt gerade dieses Album aus. Es ist einfach von einer nihilistischen Schönheit, die man heutzutage nur noch selten findet. Leider sind ja nicht alle Texte abgedruckt, aber die Titel sprechen ja schon eine deutliche Sprache. Was waren generell deine Inspirationen für dieses Album? Wie kam es zu seiner Entstehung, und welche Beweggründe hattest du, überhaupt solch ein Album in Angriff zu nehmen?

Vinterstorm:
Danke für Deine Worte zu dem Album. Zuerst einmal sei gesagt, dass es mir bei dem Sound, den ich auf diesem Album hatte, nicht darum ging, etwas "schönes" aufzunehmen, das Album sollte dreckig und hässlich klingen. Es war mir egal, was jemand anderes darüber denkt, ich wollte mit dem Gesicht, das es bekommt, zufrieden sein. Das ist mir gelungen und ich bin immer noch stolz auf dieses Album. Einige Sachen hätte ich besser machen können, aber das ist ja immer so. Ich denke, das Album, wie auch Nozghot generell, kann man nur entweder mögen oder nicht, es ist ja schon relativ speziell, so dass nicht jeder sich das anhören kann. Ich weiß nicht, ob ich direkt eine generelle Inspiration hatte. Ich hatte vorher schon in Bands gespielt und irgendwie immer mehr den Eindruck bekommen, dass ich mich da nicht richtig ausdrücken/ausleben kann, so wie ich gern würde. Da ich nebenher immer wieder Text-Ideen hatte, die sich eben in der Band nicht umsetzen ließen, und auch musikalische Ideen, entschied ich im Jahr 2004, mich mit eben diesen Ideen zu verselbstständigen und sie allein aufzunehmen und zu veröffentlichen. Alle Stücke sollten zueinander passen, von den Gedanken, die ich dort verarbeitete, so bekam das Ganze den Titel "Secrets of the Soul", der vielleicht auf den ersten Blick nicht so aussagekräftig ist. Also habe ich mich an die Arbeit gemacht, die Stücke geschrieben und aufgenommen, das Layout entwickelt, etc. Während ich aufnahm, entwickelte sich immer mehr eine Richtung, in die ich mit dem Ganzen wollte. In diesem Album stecken eine Menge Blut, Schweiß und Tränen. Ein paar gute Freunde haben mich unterstützt und mir da weitergeholfen, wo ich allein nicht weiterkam, dafür bin ich immer noch sehr dankbar!

Kraehenblut:
Grund genug, auf dein Werk stolz zu sein hast du auch (mal ohne Übertreibung!). Aber ich denke auch, dass die Musik von Nozghot sehr polarisiert... wie du schon sagtest: entweder man mag sie oder man hasst sie eben - ich glaube, das schrieb ich sogar in meinem Review damals - aber in Ordnung, genug davon. Die Gestaltung deiner CD ist ja auch schon sehr aufwendig gemacht, für ein Debüt-Werk ohne Label im Hintergrund, deshalb auch meine Hochachtung, dass du das soweit allein auf die Beine gestellt hast. Neben dir sind im Beiheft auch zwei Gastmusiker aufgeführt, die für jeweils ein Lied die Tastenklänge erzeugten (namentlich "Hades" und "The Stranger"). Handelt es sich bei den beiden um die guten Freunde, die du schon ansprachst? Kannst du noch etwas über sie verraten (ohne zuviel verraten zu müssen)? Wie kam es allgemein zu ihren Gastauftritten?

Vinterstorm:
Hehe. Danke für das Lob! Hades und The Stranger sind zwei von den guten Freunden, die mir geholfen haben. Zeitweilig sollte erst Hades mein fester Keyboarder werden, doch er fiel dann aus gesundheitlichen Gründen aus. Es sah damals nicht so aus, als ob er in der nächsten Zeit die Arbeit wieder aufnehmen könnte, daher suchte ich nach Ersatz. The Stranger bot mir an, einzuspringen und die Stücke des Albums mit Tastenklängen zu versehen. Daraus wurde dann jedoch leider nichts, was verschiedene Gründe hatte. So steuerte er nur die Tastenklänge zu "Eternal Winter" bei. Also spielte ich kurzerhand auch noch die Keyboard-Spuren selbst ein. Als ich fast fertig war, war Hades wieder einigermaßen gesund und wollte gern für das Stück "Eiszeit" noch das Keyboard einspielen. So kam es, dass dann beide jeweils ein Stück bearbeitet haben. Allgemein kam es zu ihren Auftritten, weil ich nicht Keyboard spielen konnte, eh ich es nicht musste. Ich wollte das gerne jemanden machen lassen, der das öfter macht. Dass sich das so schwierig gestalten würde, konnte ich ja vorher nicht wissen.

Kraehenblut:
So langsam verstehe ich auch, was du damit meintest, dass in dein Album "eine Menge Blut, Schweiß und Tränen" geflossen sind. So wie sich das anhört, stand dein Projekt ja schon von Anfang an unter keinem guten Stern. Trotzdem wurde es ja (glücklicherweise) doch noch veröffentlicht.
Was mich auch sehr erleichterte beim ersten hören, war die Tatsache, dass es bei "Eternal Winter" tatsächlich um keinen Coversong einer anderen Deutschen Gruppe handelt (ich denke, du weißt welche ich meine, hrhr). Aber apropos "Eternal Winter" - was mir diesbezüglich aufgefallen ist, ist, dass Titel wie dieser in Englischer Sprache geschrieben sind, die Texte aber in Deutsch vorgetragen wurden. Hat das einen bestimmten Grund, warum du die Titel nicht auch in deiner Muttersprache geschrieben hast - oder umgekehrt - warum du diese Texte nicht auch in einer Fremdsprache gesungen hast?

Vinterstorm:
Hehe, ja, das war nicht ganz unernst gemeint. Es war eben harte Arbeit, aber ich gebe nicht gern auf. Was den Wechsel zwischen Deutsch und Englisch betrifft, nun ja, das hat einen ganz simplen Grund: manche Dinge lassen sich auf Englisch besser ausdrücken, manche auf Deutsch. Ich schreibe meine Texte nicht nach bestimmten Kriterieren, sondern so, wie sie für mich am besten klingen. So dass ich das Gefühl habe, ausgedrückt zu haben, was ich ausdrücken wollte. Und manche Deutschen Worte verlieren an Kraft, dadurch, dass sie so oft im Alltag genutzt werden. So finde ich das Wort "eternal" wesentlich endgültiger und definitiver als das Deutsche Pendant dazu. Der Text zu dem Stück entstand aber einfach auf Deutsch und er gefiel mir, wie er war. Es gibt bei Nozghot auch Stücke, innerhalb derer die Sprache wechselt. Das verfolgt kein bestimmtes Ziel, ist nicht als Stilmittel gemeint oder ähnliches, es ergibt sich einfach so.

Kraehenblut:
Da ich ja auch selber Texte schreibe, verstehe ich genau, was du meinst. Ich verfahre da meistens genauso. Es geht ja in erster Linie um die Kunst an sich - wie die Gefühle, die man ausdrücken möchte, am besten zur Geltung kommen - und nicht, dass man sich bestimmten Kriterien und Normen unterwirft. Um noch bei deinem Debüt zu bleiben... auf dem Beiheft steht hinten der Vermerk "Nozghot plays non-political music!" - also um ganz ehrlich zu sein: ich find's inzwischen echt traurig, dass sich jede noch so unbekannte Band direkt erst einmal im Vorfeld erklären muss, nur weil sie Deutschen Black Metal spielt. Ich meine, es gibt immer wieder Lästerzungen, die einen gerne in eine bestimmte Ecke drängen wollen, aber da nützen solche Klarstellungen erfahrungsgemäß ja auch nicht wirklich viel. Ich finde viele Leute verlieren durch diese ganzen Diskussionen auch das wichtigste aus den Augen - nämlich die Musik! Wie siehst du das?

Vinterstorm:
Mir war es wichtig, diesen Vermerk auf der CD zu haben. Er bezieht sich auf die rechte wie auch auf die linke Seite. Ja, man wird gern in eine Ecke gedrängt, aber darum ging es mir bei dem Kommentar nicht. Ich will einfach Nozghot auf keine Seite gezogen haben. Meine Musik und meine Texte, mein Layout und alles, was Nozghot ist, ist völlig frei von Politik.
Ganz genau, es geht um die Musik und da ich keine Lust habe, über Nozghot's nicht vorhandene politische Ausrichtung zu diskutieren, sondern mich lieber über die Musik unterhalte, wollte ich einfach von vornherein klarstellen, dass Nozghot eben unpolitisch ist. Diese ganze Diskutiererei geht mir gewaltig auf die Nerven und ebenso auch, dass genau diese Frage in vielen, vielen Interviews auftaucht. Das ist mir alles zu blöd. Ich habe schon lange aufgehört, zu verfolgen, wem jetzt wo wieder was unterstellt wurde. Das ist so unwichtig! Für manche Leute ist es eine willkommene Möglichkeit, sich wichtig zu machen, wenn sie Gerüchte in die Welt setzen können. Ich muss sagen, wenn ich mich mit jemandem über eine Band oder eine Veröffentlichung unterhalte, ist die erste Frage nicht "In welche politische Richtung geht denn das?". Schließlich ist es doch die Musik, die zählt!

Kraehenblut:
Da hast du wohl Recht, diese ständigen Diskussionen nerven einfach nur noch (Anm. - und mich erinnert es teilweise an mittelalterliche Hexenjagden)... und wie ich schon erwähnte, sehe ich es so, dass diesem dem ganzen eher schaden als nützen. Insofern kann ich dich auch verstehen, dass du diesen Vermerk dann deinem Album aufgesetzt hast - und wie schon gesagt, ich bin da ganz deiner Meinung. Für mich persönlich zählt in erster Linie die Musik, ob sie mir was gibt, und ob die Texte frei von extremen politischen Ansichten sind. Wenn das der Fall ist, reicht mir das. Die Einstellung der Leute ist mir doch egal - ich kenne sie ja schließlich nicht wirklich, und man muss sie ja auch nicht gleich heiraten, nur weil man ihre Musik mag, hrhr.
Entschuldige, dass auch ich dich mit dieser Frage genervt habe, aber es war schon interessant zu erfahren, wie du zu der ganzen Scheiße stehst... aber ich habe mir ja auch Mühe gegeben, es wenigstens anders zu formulieren, als in anderen Interviews.

Vinterstorm:
Hahaha, ja. Ich sehe es genauso, der Mensch/die Menschen hinter der Musik können von mir aus denken, was sie wollen - solange es nicht zu extrem wird, denn das ist etwas, was ich auch privat nicht mag. Politische Extreme sind mir zuwider (Anm. von mir - dito!). Eine Meinung sollte man haben, ganz klar, aber das heißt ja nicht, das man gleich ganz außen sein muss, egal auf welcher Seite. Ich denke, das verdeutlicht, wie ich darüber denke.

Kraehenblut:
Allerdings, und ich denke da doch sehr ähnlich. Aber jetzt endlich genug davon. Widmen wir uns wieder dem Grundkern - nämlich deiner Musik. Ich denke, dein Debüt haben wir zureichend beleuchtet, mir fiele auf Anhieb jedenfalls nichts mehr ein (kommt aber vielleicht noch - bei Gelegenheit lade ich dich dann nochmals zum Gespräch, hehe). Also widmen wir uns deinem neuesten musikalischen Schaffen - der Split mit der ebenfalls Deutschen Band Suicidal Vortex. Veröffentlicht wurde das Album ja ebenfalls als hochwertige schwarze CDr und hält insgesamt acht Lieder für den geneigten Hörer parat. Offensichtlich ist auch wieder kein Label daran beteiligt gewesen. Habt ihr diese Gemeinschaftsproduktion also im Alleingang auf die Beine gestellt und veröffentlicht? Wie kam es überhaupt zu der Zusammenarbeit zwischen euch?

Vinterstorm:
Ja, auch die Split ist im Alleingang entstanden und veröffentlicht worden. Suicidal Vortex kommen auch aus Lübeck und da Exord ein Freund von mir ist, hat sich einfach irgendwann in einem Gespräch die Idee ergeben, eine Split-CD zu machen. Aufgrund von verschiedenen Hindernissen auf beiden Seiten zog sich dieses Vorhaben allerdings mehr in die Länge als wir erwartet haben. Aber das Resultat ist es allemal wert!

Kraehenblut:
Da kann ich dir allerdings zustimmen! Nicht nur das Layout sieht sehr schick aus, auch die Musik beider Gruppen kann sich hören lassen. Da mir Suicidal Vortex vorher auch kein Begriff waren (musikalisch gesehen), war ich doch angenehm überrascht. Doch das soll ja jetzt nicht Thema sein, schließlich geht es hier um Nozghot, hehe. Aber auch hier hört man doch wesentliche Feinabstimmungen in der Produktion. Das ganze klingt immer noch nach rohem Black Metal, aber insgesamt ist die Produktion doch um einiges klarer ausgefallen, wie ich finde - aber soviel Ahnung habe ich davon jetzt auch nicht gerade, hrhr. Ich halte es eigentlich immer so, dass ich die Musik nehme wie sie ist... solange sie etwas in mir bewegt is' jut. Wie auch immer, deine vier neuen Lieder können sich hören lassen, vor allem das instrumentale Intro "Holy Autumn" und der Song "Northern Storms" haben es mir angetan. Erzähl' doch bitte einmal etwas zur Entstehung der vier Lieder...

Vinterstorm:
Sehr schön, ich find es immer gut, wenn sich die werte Hörerschaft nicht so sehr am Sound aufhängt, sondern eher wirklich die Musik hört. Das soll jetzt nicht heißen, dass der Sound völlig egal ist, im Gegenteil, aber es gibt eben wichtigeres! Diesmal habe ich einfach anders aufgenommen bzw. teilweise andere Einstellungen benutzt. Also war die Ausgangsbasis schon mal eine andere. Ich habe zwar wieder meine Tracks selbst abgemischt, aber ich hatte ein bisschen Hilfe. Im Booklet ist erwähnt, dass Arjan Peeks (Cultus, Heidens Hart) das Mastering übernommen hat, aber er hat auch noch mal einen kritischen Blick auf die abgemischten Dateien geworfen und mir hier und da noch einen Tipp gegeben. Das Mastering tut dann natürlich den Rest dazu. Ich bin mit seiner Arbeit sehr zufrieden und dankbar dafür. Das gleiche gilt auch für Azazel (Nachtmahr), der die Tastenklänge für das erwähnte "Holy Autumn" übernahm. Die vier Lieder beschreiben den Verlauf der Jahreszeiten vom Herbst in den Winter.

Es beginnt mit dem Herbst, in dem das Laub sich färbt und fällt und die Kälte langsam Einzug erhält. Diese Zeit ist auf der einen Seite so grau und nass, auf der anderen Seite aber so sonnig und oft weht ein schneidender Wind. Es wird früh dunkel, alles ist schattig. Wenn ich in dieser Zeit traurig bin, dann will ich mich nur noch verkriechen und nicht raus in das unfreundliche Treiben in der Stadt müssen. Wenn dann der Winter kommt, alles friert, klirrende Kälte mir die Luft nimmt und die Welt weiß wird, wirkt es, als wäre alles eingefroren und als stünde die Zeit still. Die Welt wirkt rein und ich kann neue Kraft schöpfen. Das ist das Konzept hinter meinen vier Stücken und so erschließt sich auch der Titel "The Cleansing Nature".

Kraehenblut:
Hehe... jetzt hast du mir quasi die nächste im Kopf vorgelegte Frage vorweg genommen. Denn die bezog sich auf den Titel deiner "Seite" der Split, nämlich "The Cleansing Nature" - Die reinigende Natur - wie man zu Deutsch wohl sagen würde. Es ist also wirklich wie ich mir schon dachte, eine reine Ode an das wohl faszinierendste, was dieser Planet jemals hervorgebracht hat. Ich muss zugeben, als Stadtkind habe ich vielleicht nicht direkt große Wälder wie etwa in Thüringen neben meiner Haustür, aber ich genieße es doch auch immer wieder Wanderungen und Spaziergänge durch die Natur des Bergischen Landes zu machen. Egal, welche Jahreszeit es ist... aber im Herbst und im Winter fühle ich mich doch am wohlsten. Von daher kann ich deine Gefühle, und die Idee hinter diesem Album sehr gut nachempfinden und nur mehr als gut heißen!
Es gibt zu wenige Leute, die noch wirklich was mit der Natur anfangen können, und die meisten Bands, die darüber singen, tun es aus den falschen Gründen (wenn du verstehst, was ich damit sagen will). Doch ich schweife mal wieder ab... zurück zu der Split-CD. Den Vertrieb eben dieser übernimmt ja hauptsächlich das Label bzw. der Mailorder Choirs of Delusion, liege ich da richtig? Kannst du etwas über dieses Label erzählen? (das, was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, ist, dass es wohl irgendwie mit der Gruppe Isolation zusammenhängt)

Vinterstorm:
Ja, genau, "die reinigende Natur" im Bezug auf meine Gefühle und Gedanken, so sieht es aus. Ich war schon immer ein sehr naturverbundener Mensch, bin direkt am Stadtrand aufgewachsen, um mich rum war viel Natur. Ich bin immer schon gern spazieren gegangen, habe viel Zeit in der Natur verbracht. Das tue ich auch heute noch. Wenn man fast seine ganze Kindheit und große Teile seiner Jugend in der Natur verbracht hat, hält man es in der Stadt kaum aus. Ich gehe ein, wenn ich nicht öfter mal raus fahren und irgendwo im Wald spazieren gehen kann. Aber dazu gibt es ja zum Glück genug Möglichkeiten. Hier bei Lübeck, in den umliegenden Gegenden oder auch ein bisschen weiter weg. Je nachdem, wo ich gerade bin oder was möglich ist. Je mehr Zeit, desto besser!
Ja, ich glaube, bei vielen Bands ist die "Naturverbundenheit" nicht ernst gemeint, nur ein Trend, und ein furchtbarer!
Nein, den Vertrieb übernimmt nicht C.o.D. allein, Nordsturm Productions wird die CD in Kürze auch vertreiben, ich vertreibe sie selbst, Suicidal Vortex vertreiben sie selbst. Aber stimmt schon, viele CDs gehen über C.o.D. raus. Hehe, ja, Johannes von Isolation betreibt Choirs of Delusion.
Da er mein Freund ist, hat es sich ergeben, dass ich da auch mitarbeite.

Kraehenblut:
Gut, dass auch dieses Mysterium geklärt ist, hrhr. Ich hatte meine Exemplare der CDs ja damals auch bei C.o.D. geordert, übrigens war ich auch sehr zufrieden, und werde da wohl öfters mal ordern, wenn es wieder etwas Interessantes gibt, hehe.
In meiner Rezension zu der Split-CD schrieb ich, dass mich der Anfang des "Northern Storms", genauer die ersten 23 Sekunden, etwas an ältere Graveland erinnern. Keine Ahnung, wie ich auf den Vergleich kam, aber für mich klang und klingt es so (aber wie gesagt auch nur diese kurze Passage). Was hältest du von der Musik dieser Band? Bei welchen Bands liegen so deine größten musikalischen Einflüsse und deine musikalischen Wurzeln? Hörst du privat eigentlich auch hauptsächlich Black Metal oder eher andere Richtungen? Hast du derzeit eine favorisierte Band?

Vinterstorm:
Ja, ich weiß, ich hab Dir die Bestellung rausgelegt. Schön zu hören, dass Du zufrieden bist. Es werden sicherlich einige interessante Dinge kommen, also: schön wieder reinschauen, hehe.
Nun ja, den Vergleich mit Graveland habe ich bereits öfter gehört, auch bei der "Secrets of the Soul" schon. Ich besitze von Graveland leider selber nichts, aber was ich kenne, gefällt mir. Ja, ich höre hauptsächlich schon Black Metal, da kann ich Dir jetzt aber gar nicht wirklich eine spezielle Band nennen, ich besitze ein "paar" mehr CDs, hehe. Allerdings höre ich bei weitem nicht nur Black Metal, sondern auch viele andere Sachen, zum Beispiel höre ich viel Ambient. Vinterriket war und ist immer ein "all time favorite". Das hört man, glaube ich, auch recht gut heraus, beim Keyboard. Sonstige Einflüsse sind wohl Vargsang, Nargaroth, Ildjarn und AEBA.

Kraehenblut:
Ein "paar" mehr CDs ist immer gut. So sieht in etwa auch bei mir aus (Anm. von mir - so in etwa 900 Original-Tonträger), aber man ist ja schließlich nicht umsonst Sammler, nicht wahr?! Ambient höre ich auch ziemlich gerne, Vinterriket ist da ebenfalls so mein Favorit - und die Einflüsse hört man bei dir wirklich raus, das stimmt. Auch Nargaroth gehört, was Black Metal angeht,
wohl zu meinen "all time favs".

So langsam neigt sich mein Vorrat an Fragen auch dem Ende entgegen. Aber eines möchte ich doch noch wissen: und zwar, wie sieht es aus, wird man in nächster absehbarer Zeit wieder etwas von Nozghot zu hören bekommen, im Sinne eines Voll-Albums oder sonstigen Veröffentlichungen?

Vinterstorm:
Klar ist man Sammler! Besonders was Dinge angeht, die ich durch Tauschen erwerbe. Vieles von dem, was ich an Musik besitze habe ich direkt mit den Bands getauscht und diese Dinge haben für mich einen besonderen Wert.
Im Moment sind zwei Dinge geplant. Einerseits soll das erste Album als Kassette erscheinen, wann und wie das passieren wird, ist momentan etwas unklar, aber ich hoffe, das wird sich bald geben. Ein weiteres Voll-Album wie "Secrets of the Soul" ist zur Zeit nicht geplant, aber ich arbeite an einer EP, bei der ich einen recht interessanten Session-Musiker haben werde. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis diese EP auch nur annähernd fertig sein wird, aber das Warten wird sich lohnen, das kann ich jetzt schon versprechen. Es wird nicht nur diesen Session-Musiker geben, es wird sich auch gesanglich etwas verändern. Aber ich will nicht zuviel verraten. Jedenfalls kann ich dem geneigten Hörer nur raten, ab Anfang des Jahres 2009 ab und an mal auf meiner Myspace-Seite vorbeizuschauen, ob es schon Neuigkeiten beim Fortschritt gibt!

Kraehenblut:
Um noch einmal auf das Sammeln zurück zu kommen - da gebe ich dir völlig Recht! Dass du dein Album auf Kassette wiederveröffentlichen willst klingt interessant, das Format ist ja heutzutage auch bei so manchen Black Metal Gruppen völlig ausgestorben - leider. Dann sehne ich schon mal der EP entgegen, deine Worte machen einem ja wirklich schon Lust drauf! Kommt die EP dann auch wirklich als Vinyl raus oder eher als CD?

Vinterstorm:
Ja, ich finde, die Kassette ist ein wunderbares Medium, es ist schade, dass es ausstirbt. Ich wollte das Album immer gern noch mal auf diesem Weg wiederveröffentlichen, zum einen, weil ich eben das Medium gern mag, zum anderen, weil die 99 Kopien der CD bis auf zwei ausverkauft sind. Mir selbst fehlt das Geld, so war ich glücklich, dass sich das Label Coldinside fand, aber im Moment ist eben nicht klar, wie es da weitergeht. Auf was für einem Medium die EP nun erscheinen wird, das weiß ich noch nicht. Wir haben die Arbeit ja gerade erst begonnen. Wir werden einfach mal schauen, was sich für Möglichkeiten offenbaren, wenn wir uns dem Ende der Arbeiten nähern. Die EP wird auf jeden Fall mein persönlichstes Werk bisher. Die anderen Veröffentlichungen waren schon sehr persönlich von den Themen her, aber die kommende EP geht noch eine Spur tiefer!

Kraehenblut:
Ah, bei diesen Worten freue ich mich doch gleich noch einmal so sehr auf deine EP. Hoffentlich klappt alles wie geplant, ich wünsche dir, bzw. euch jedenfalls viel Glück und Erfolg bei dem Vorhaben!
So, und von meiner Seite aus war es das eigentlich auch "schon", hrhr. Ich danke dir für die ehrlichen und vor allem ausführlichen Antworten und danke dir, dass du mir einen Teil deiner Person und der Welt von und um Nozghot offenbart hast. Und natürlich noch ein großer Dank für dein Interesse! Ich grüße dich!

Die letzten Worte sollen indes dir gehören... also grüße, danke oder beschimpfe, wen oder was auch immer du willst (oder schon immer mal wolltest) - oder schreibe einfach irgendwas anderes. Mir egal, hehe.

Vinterstorm:
Ich möchte auf diesem Wege noch mal allen danken, die mir geholfen und mich unterstützt haben. In diesem Sinne danke ich Dir für Dein Interesse an Nozghot und für diese Interview-Möglichkeit. Viel Erfolg bei den anderen geplanten Interviews! (Anm. von mir - Vielen Dank!)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen