Dienstag, 24. Mai 2011

Dèsolation & Ruinaerus & Todessucht & Leichenstätte - Split (MC, Hammerbund Kunstschmiede - 2009)

Ursprünglich war diese Gemeinschaftskassette ja einmal als Galgenstrick-Release geplant, mit einer Band namens Ritualmord, aus meiner Sicht eine weitere unsägliche Band aus Österreich - eben, da kommt halt selten etwas gutes her, hehe.
Glücklicher Weise hat man sich jedoch dazu entschieden, dieses Projekt durch ein anderes zu ersetzen... was definitiv einen Lichtblick für die Split darstellt...







Doch bevor ich mich der Musik widme, erst noch ein paar Worte zur Aufmachung - die ist nämlich noch gar nicht einmal so schlecht, relativ dicker Pappeinleger mit einem sehr schicken Druck. Die Kassette an sich ist jedoch nicht besonders aufwendig.

Nun zur Musik - den Anfang macht dabei das Ein-Mann-Projekt Dèsolation aus Frankreich, das es aber inzwischen wohl gar nicht mehr zu geben scheint. Schade eigentlich, denn die hier dargebotene Musik stellt in meinen Augen auch gleich das beste da, was dieses Split zu bieten hat. Gespielt werden drei Stücke, die sich ohne weiteres dem Bereich schneller suizidaler Knüppel-Black Metal zuordnen lassen. Sehr viel Krach (aber nicht unangenehm), Selbsthass und Hass gegen andere. Feine Darbietung!
Desolation: 6.0 / 10 Punkte

Als zweite Band präsentiert sich das Ein-Mann-Kommando Ruinaerus aus Österreich - bisher aus meiner Sicht eine der besseren Bands aus den Gefilden. Bisher... denn was hier dem Hörer vorgesetzt wird entspricht so ganz und gar nicht den Klängen, die ich sonst von Isrimul gewohnt bin. Dabei fängt es relativ gut an, verkommt aber nach und nach zu einem, in meinen Ohren, undefinierbaren Soundbrei. Allerdings muss ich sagen, dass ich den gegen Ende einsetzenden Klargesang sowie den Ambient-Part am Ende recht gelungen finde. Für mich persönlich jedoch trotzdem ein eher uninteressantes Stück!
Ruinaerus: 3.0 / 10 Punkte

Kurz die Kassette umgedreht, und schon erschallen mir die ersten Klänge von Todessucht aus den Boxen. Schon der Anfang des ersten von zwei präsentierten Liedern verspricht eine Steigerung der Split zur A-Seite. Und tatsächlich weiss mich "Trauerspiel meiner Gedankenwelt" doch zu begeistern... nicht restlos zu begeistern, aber zu begeistern - suizidaler Depressiv Black Metal der dreckigen Sorte. Feine Sache! Leider verflüchtigt sich bei mir dieser positive Eindruck beim Erklingen des nächsten Liedes, welches zwar gut anfängt, aber für mich dann doch eher einen Charakter annimmt, den ich schon bei Bands wie Vernichtung nicht mochte. Ich weiss nicht ob beabsichtigt oder nicht, aber irgendwie erinnert mich das an RAC-lastigen Demo Black Metal, wenn auch langsamer gespielt - gefällt mir jedenfalls absolut nicht, da hätte man vielleicht besser daran getan, es beim ersten Lied zu belassen, und es vielleicht noch etwas länger zu machen (Potential wäre in meinen Augen durchaus vorhanden gewesen).
Todessucht: 5.0 / 10 Punkte

Es folgt das letzte Lied genannt "Schattenreich" der Gruppe Leichenstätte. Nun, Leichenstätte sind ja längst keine Unbekannten mehr in diesem Blog, von daher erspare ich mir auch jegliche überflüssigen Vorstellungen. Mit dem Song präsentieren uns die Mannen ihren ersten, jedenfalls wurde "Schattenreich" damals als erstes veröffentlicht, wenn auch nur in Datei-Form und als sogenanntes "Raw Rehearsal". Dabei muss ich gestehen, dass mir die damalige Fassung des Songs 10mal mehr anspricht, als diese Neuaufnahme. Nee, sorry Leute, damit kann ich mich gar nicht anfreunden.
Leichenstätte: 1.0 / 10 Punkte

Fazit:
'Wenn man nix nettes zu sagen hat, sollte man lieber schweigen' sagt ein altes Sprichwort. Nun ja, vielleicht stimmt das auch. Egal, ich hab mal mein Wort gegeben, jedes Release von Leichenstätte zu reviewen - wobei ich aus diesem Grunde noch lange nicht voreingenommen bin, was dieses Review wohl belegen dürfte. Ich bin ehrlich in meiner Kritik, und was mich nicht anspricht, spricht mich halt nicht an, da kann der Kontakt noch so gut sein. Für mich war's auf jeden Fall insgesamt betrachtet kein sehr lohnenswertes Split Tape. Schade! Für alle, die sich die Kassette zulegen wollen: sie ist limitiert auf nur 250 Stück und zu beziehen direkt über Hammerbund oder vereinzelt wohl auch bei den Bands.
Resultat:

3.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Dèsolation
01. Le nouvel ordre
02. Souvenir lointain
03. La mort de l'Astre
Ruinaerus
04. I now feel, the world has long stood still
Todessucht
05. Trauerspiel meiner Gedankenwelt
06. Weinend im Schoße der Einsamkeit
Leichenstätte
07. Schattenreich

Laufzeit: ca. 55 Minuten

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