Samstag, 1. April 2017

Review: Dödgaldr - Ruined and Forgotten (CD, A Fine Day To Die Records - 2017)

Aus Schweden stammen DÖDGALDR, die sich irgendwann in den ausgehenden Mitt-90ern gründeten. Im Jahr 1998 erschien eine erste Kassetten-Demo mit Namen "Thy Kingdom...", ein Jahr später folgte "Lead By Lucifer's Light". Danach wurde es still um das Duo. Bis sich das spanische Label A Fine Day to Die der Band annahm und die beiden Werke wieder etwas populärer machte. Die erste Demo wurde inzwischen auch als weißes Pro-Tape wieder-veröffentlicht. Hier vorliegende CD stellt nun eine Zusammenstellung aus beiden Werken dar und enthält darüber hinaus noch exklusives Rehearsal-Material.




Dabei ist die Titelliste in drei Kapitel unterteilt. Das erste umfasst die Lieder von "Thy Kingdom...". Das "Intro" ist noch ein reines instrumentales Stück, welches klassischen Dungeon Synth im Stile alter MORTIIS oder WONGRAVEN bietet. "Thy Kingdom Ruined And Forgotten" geht dann aber gleich in die Vollen und macht auch gleich deutlich, in welche Richtung die Musik von DÖDGALDR geht. Sie ist rau und gleichzeitig erhaben und, ja, direkt als majestätisch zu bezeichnen, trotzdem aber minimalistisch und nihilistisch. "MOONBLOOD!" höre ich da schon einige schreien - und diese Meute hat da noch nicht einmal sonderlich Unrecht, denn eine gewisse Parallele zu der deutschen Kult-Band aus Sachsen kann hier wirklich gezogen werden. Das setzt sich auch im zweiten Akt fort, welcher das Werk "Lead By Lucifer's Light" umfasst. Hier kommen durch die sehr melodische Gitarre aber noch einige Einflüsse älterer DISSECTION zum tragen, was gerade in "Burning Stars" gesondert hervorgehoben werden muss."Vinternrå" enthält dann anfangs wieder ein paar Synth-Einschläge, welche das Nihilistische und den düsteren Charakter in der Musik nochmals unterstreichen. Was bei dem zweiten Demo auch auffällt, dass Khaerkkan und Erie, die beiden Personen hinter DÖDGALDR die Rollen getauscht haben und der jeweils andere Das dritte und letzte Kapitel enthält dann noch die beiden Stücke "Dark Castle" und "Iron Force", welche beide lediglich Rehearsals darstellen und noch einmal eine Spur rauer und ungeschliffener klingen als die Songs von "Lead By Lucifer's Light". Bei beiden Liedern handelt es sich auch um reine Instrumentals, deren Melodien und Rhythmen weithin bekannt sein dürften.

Fazit:
Mit dieser Zusammenstellung haben DÖDGALDR ein wohliges Stück Underground-Geschichte aus den Untiefen dunkler Grüfte wieder hervorgeholt. Auch dank den Spaniern von AFDTD Records, hat man diese beiden raren Demos nun zum ersten auf einer offiziellen CD vereint und dem ganzen sogar noch ein Paar zusätzliche Lieder hinzugefügt. Schwarzmetall aus dem Untergrund, für den Untergrund. Zu hohe Erwartungen sollte man allerdings nicht haben, da die Schweden absolut nichts Neues bieten, es dafür aber wunderbar verstehen, den alten Geist authentisch in ihre Musik zu bündeln und nach Außen zu tragen. Kommt als CD im Vinyl-Look mit silberner Abspielseite und im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft. Limitiert auf 666 hand-nummerierte Exemplare. Interessenten wenden sich am besten direkt an A Fine Day To Die Records.

Pure Black Metal Underground for Maniacs only - Total Support!


Darbietungen:
01. Intro
02. Thy Kingdom Ruined And Forgotten
03. Lycanthropy
04. Impaler Of The Night
05. Light
06. Burning Stars
07. Vinternrå
08. Dark Castle
09. Iron Force

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Freitag, 31. März 2017

Review: Hateful - Descendants of the Earth (CD, Werewolf Promotion - 2016)

Im letzten Jahr veröffentlichte die polnische Schmiede Werewolf Promotion dieses zweite Voll-Album des Dreiergespanns HATEFUL, welches ebenfalls aus Polen stammt. Inzwischen ist die Horde auch zu einem Solo-Projekt zusammengeschrumpft - wenn man bedenkt, dass in der Vergangenheit auch eine Größe der polnischen NSBM-Szene an der Musik beteiligt war, vielleicht keine allzu schlechte Idee.





HATEFUL zelebriert auf dem zweiten Longplayer "Descendants of the Earth" auch genau das: hasserfüllten, dennoch irgendwie stolzen und erhabenen Black Metal, der alten Schule. So ist der Stil deutlich an die Ursprünge des polnischen Schwarzmetalls angelehnt und zieht gewisse Parallelen zu der Musik alter Horden wie BEHEMOTH, aber auch GRAVELAND und VELES oder neueren Bands wie MGLA oder PLAGA. Dabei scheint es sich bei HATEFUL nun aber um keinen Vertreter des braunen Spektrums zu handeln, sondern eher um eine anti-religiöse und misanthropische Horde. Zumindest lassen die Titel keine direkten Bezüge erkennen. Die Musik bewegt sich wie erwähnt in Sphären, zwischen rauen und ungezügelt wilden Passagen, über erhabene und gar hymnische Momente angesiedelt ist. Das meiste spielt sich im Midtempo ab, wenn es auch hier und da schon einmal eine Spur schneller zugehen darf. Der zugegebenermaßen etwas dumpf aufgenommene Gesang wirkt sehr düster und okkult, manchmal nimmt er auch einen recht rituellen Charakter an. Zum Schluss bietet man mit "Hatred Heritage" noch eine Neuaufnahme eine alten Stücks.

Fazit:
Unter'm Strich ist "Descendants of the Earth" kein wirklich schlechtes Album geworden, hält allerdings auch keinerlei Überraschungen für die geneigte Hörerschaft bereit und ist daher wohl auch nur für all jene empfehlenswert, die von dem typisch polnischen Black Metal nicht genug kriegen können. Bestellungen können direkt an Werewolf Promotion entrichtet werden.

Polish Black Metal for Maniacs only!


Darbietungen:
01. Intro
02. Near The Black Edge
03. Descendants Of The Earth
04. Christians Will Be Slaughtered
05. Today The Sun Won't Shine
06. Since Today Only The Night
07. Death To The Weak Ones Of God And Hope
08. A Knife In The Back
09. Hatred Heritage

Laufzeit: ca. 69 Minuten

Review: Pestheim - Winterstille im Morgengrauen (CD, Eigenproduktion - 2017)

Herr M.H. Frost von PESTHEIM lässt dieses Jahr auch wieder von sich hören. Nach der letztjährigen CD-EP "The Darkness Shall Be Eternal", welche wie der Vorgänger unter dem Banner von Wolfmond Production veröffentlicht wurde, hat sich die Band in Persona Frost dazu entschieden, das aktuelle Album wieder in Eigenregie zu fertigen. Und, was soll man sagen: es sieht prachtvoll aus.





Mit seinem Band-Projekt ist Frost nun bereits annähernd zehn Jahre im Untergrund aktiv. PESTHEIM ging dabei aus der Asche von VALGAR hervor. Der gute Mann treibt sein Unwesen also auch schon wesentlich länger in den Untiefen der 'Szene'. Unter dem Banner seines aktuellen Steckenpferdes (er ist bzw. war nebenbei auch noch in den Projekten OLD SKULL (inzwischen aufgelöst) und MODGUDR involviert, deren Zukunft aber jeweils ungewiss scheint) erschienen bisher vier Voll-Alben (fünf, wenn man einen aus heutiger Sicht nicht mehr nennenswerten Release mitzählt), eine beachtliche Zahl an EPs und Tribut-Alben, eine Demo, sowie ein Video und zwei Best-Ofs. Nun wurde kürzlich das neue Werk "Winterstille im Morgengrauen" veröffentlicht, welches in einem schlichten, aber wirklich schön gestaltetem Digipak daherkommt und neun Lieder, sowie einen Ein- und Ausklang enthält. Was gleich nach dem Intro auffällt: "Winter Dream" erschallt ziemlich räudig aus den Boxen und gibt damit auch schon einmal die Marschrichtung für das gesamte Album vor. Denn im Gegensatz zum direkten Vorgänger "Nocturnal Symphonies" äußert sich der Aspekt des atmosphärischen Schwarzmetalls, wie Frost seinen Stil ja selbst beschreibt, nicht in dem Einsatz überbordender Keyboard-Teppiche, sondern setzt vielmehr auf Minimalismus und Ursprünglichkeit. Wo das letzte Album noch deutliche Parallelen zu den späten Mitt-90er aufwies und auch gerade Einflüsse von Bands wie GEHENNA erkennen lies, wird hier ein Black Metal geboten, der sich eher an die frühen Mitt-90er orientiert und an alte Sachen von CARPATHIAN FOREST oder GORGOROTH denken lässt. Die Instrumente bewegen sich dabei zumeist im schnelleren Midtempo, was dem Ganzen eine sehr hymnische Atmosphäre gibt (das kommt vor allem in solchen Liedern wie "Hymns from the Majestic Nature" zum Ausdruck), genau wie der facettenreiche Gesang, der von gekeiften Hass-Triaden bis zum düsteren Klargesang reicht ("The Spirit of Transylvania"). Was die Musik zusätzlich aufwertet, und was ja sozusagen seit der "In the Mysterious Depths of the Forest" zu einem Markenzeichen der Ein-Mann-Horde geworden ist, ist der Einsatz von Gitarren-Soli, die sehr Heavy Metal und sehr Thrash Metal beeinflusst daherkommen. Ein Aspekt des Albums, der aber nicht zum Erbrechen bei jedem Song ausgereizt wird und auch eher bei den schnelleren Liedern wie dem Titelstück (welches zum Schluss auch ein sehr harmonisches Flötenspiel enthält!) Verwendung findet. Ein paar melancholische bis depressive Ansätze lassen sich zudem auch ausmachen wie bei "The Last Chapter" (hört euch den instrumentalen Teil am Anfang an... Musik, die blutet!). Heidnische Nuancen lassen sich bei "Unseren Ahnen" ausmachen, und auf einen Song ganz im Stile des letzten Albums wurde auch nicht verzichtet. So ist "Auf des Raben Schwingen" eine einzige Hommage an sich selbst und die großen Werke von längst dem Kommerz anheim gefallenen Helden der Glanzzeit des nordischen Schwarzmetalls. Inklusive massig Keyboard-Einsatz, welcher jedoch zu keiner Sekunde aufgesetzt wirkt. Ein interessanter Fakt zum Schluss: aufmerksamen Beobachtern wird nicht entgangen sein, dass die erste Hälfte des Albums in englischer Sprache gehalten ist, während die zweite Hälfte komplett in deutsch verfasst wurde, weshalb es auch einmal eine "Introduction" und einen "Ausklang" gibt. Interessant ist dabei auch, dass der erste wirklich Song des Albums "Winter Dream" gleichzeitig auch das letzte eigentliche Lied der Scheibe ist, dort dann nur mit deutschem Text, was dem Ganzen den Eindruck eines Kreises gibt, der sich mit fortschreitender Spielzeit letztlich schließt und das Werk noch ein wenig runder wirken lässt.

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist "Winterstille im Morgengrauen" ein Album, mit welchem man nach "Nocturnal Symphonies" in dieser Art wohl eher nicht gerechnet hat. Aber gerade das macht es interessant und reizvoll. PESTHEIM war auch schon immer ein Projekt, bei dem man sich immer wieder auf Änderungen einstellen musste. Sein es die exzessiven Gitarrensoli auf "In the Mysterious Depths of the Forest", die Keyboards in "Nocturnal Symphonies" oder die Tribute an Bands wie RUNNING WILD... M.H. Frost hat sich nie wirklich lange auf einem Album und dessen Stil ausgeruht, sondern hat seinen Stil immer um kleinere Facetten weiterentwickelt und ausgebaut, was ich an PESTHEIM sehr schätze. Stilistisch ist das aktuelle Werk nun vielleicht eher ein Schritt zurück zu den eigenen Wurzeln und stellt gleichzeitig auch zwei Schritte nach vorne dar, da er eine gewisse Parallele zu MODGUDR zieht, den Ansatz des letzten Albums dabei konsequent weiter verfolgt und immer noch ganz eindeutig ein eigenständiges PESTHEIM Werk ist. Wer also auf gut gemachten und atmosphärisch geprägten deutschen Underground Black Metal steht, sollte sich dieses Album so bald wie möglich zulegen, denn auch wenn die Werke der Band nie sichtbar limitiert waren, so sind die Auflagen doch nie so wirklich groß. Deshalb nicht lange überlegen, sondern sich die Pro-CDr im Digipak gleich bei der Horde bestellen! Alternativ hat Wolfmond Production auch einige wenige Exemplare vorrätig...

Atmospheric German Underground One-Man Black Metal - Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Introduction
02. Winter Dream
03. Hymns from the Majestic Nature
04. The Spirit of Transylvania
05. The Last Chapter
06. In den Tiefen der Wälder
07. Unseren Ahnen
08. Auf des Raben Schwingen
09. Winterstille im Morgengrauen
10. Wintertraum
11. Ausklang

Laufzeit: ca. 43 Minuten

Donnerstag, 23. März 2017

Preview/Review: Czarnobog - Of Mordovian Occult Blackness (CD, Wolfmond Production - 2017)

Die Ein-Mann-Horde CZARNOBOG aus Hessen meldet sich in absehbarer Zeit nun auch wieder zurück mit dem kommenden Album "Of Mordovian Occult Blackness", welches evtl. noch Ende diesen Monats oder im Laufe des nächsten Monats über Wolfmond veröffentlicht werden wird. Mir liegt es bereits in voller Länge vor und da der Veröffentlichungstermin ja nun nicht mehr in so weiter Ferne liegt, möchte ich allen interessierten Lesern schon einmal einen Eindruck zu dem kommenden Werk vermitteln...





Zunächst einmal sei erwähnt, dass sich CZARNOBOG in musikalischer Hinsicht wieder vermehrt auf die raue und wilde Seite der Musik konzentriert und somit auch direkt den eingeschlagenen Pfad der letzten Demo "Wrath of the Winter Spirits" fortführt, welche sich ja stilistisch auch schon als wesentlich räudiger erwies als noch die Beiträge auf den letzten beiden Splits oder der "Forn anda náttúrunnar" Reihe, die ja eher melodische Aspekte inne hatten. Vielleicht sogar recht passend gewählt, da letzt genannte CDs eher ein Tribut an die nordische Szene darstellte, an die Mythen und Götter der nord-germanischen Antike, während Mûrazôr mit seinem neuen Werk zurück zu seinen Wurzeln kehrt und dem ost-europäischen Schwarzmetall seine Ehrerbietung zeigt und sich auch vornehmlich mit Sagen, der Mythen- und Götterwelt der slawischen Regionen - vor allem der Vampir wird hier thematisiert ("Ancient Fortress of Vampirism" oder "Dead Forest of Strigoi"). Aber auch allgemein Okkultismus und satanischer Glaube. Das Ganze wird wie schon erwähnt von einer sehr räudigen, wilden und ungezügelten instrumentalen Spielweise begleitet, die im ersten Augenblick vielleicht etwas zu brachial und auch uninspiriert erscheinen mag - macht man sich jedoch die Mühe, und beschäftigt sich eingehender mit der Musik auf "Of Mordovian Occult Blackness", so stellt man sehr schnell fest, dass diese Räudigkeit System hat und alles andere als uninspiriertes Gekloppe darstellt. Vielmehr eröffnen sich dem geneigten Hörer bei näherer Betrachtung immer mehr Facetten des Albums und spielerische Details, die sich im durchaus melodischen und rhythmischen Zusammenspiel der Instrumente widerspiegeln. Versteht mich nicht falsch, wirklich hochgestochen melodisch ist das hier nicht, vielmehr hat es den erhabenen Flair von Werken ala MOONBLOOD oder den guten Momente von DROWNING THE LIGHT inne. Hinzu gesellen sich noch ein paar Passagen aus der Dark Ambient und Dungeon Synth-Ecke, die ja auch schon immer ein fester Bestandteil der Musik von CZARNOBOG waren und sich auch hier wieder exzellent in das Gesamtgeschehen einfügen, ohne aufdringlich oder zu dominant zu wirken.

Fazit:
Ein durch und durch düsteres Werk, welches trotz seiner ungezügelten Wildheit und seines rauen Klangbildes nichts an Atmosphäre einbüßt. Diese ist zwar nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen, offenbart sich mit jedem Durchlauf aber ein Stück mehr. "Of Mordovian Occult Blackness" hat ergo die (un)angenehme Eigenschaft, ein Werk zu sein, welches vom Hörer größte Aufmerksamkeit verlangt und beachtet werden will. Wer dazu bereit ist, dem wird hier ein Album voll schwarzer Magie, Erhabenheit und Dunkelheit offenbar, dessen Atmosphäre man sich nur schwerlich entziehen kann. Alle anderen sollten es lieber gleich sein lassen und werden derlei Musik und deren Essenz wohl nie vollends begreifen können. Vorbestellt werden kann die CD zwar noch nicht, ich empfehle daher einen regelmäßigen Blick in den Shop von Wolfmond Production oder auf die offizielle CZARNOBOG-Präsenz auf Visagenbuch.

Räudiger Schwarzmetall mit Seele. Empfehlenswert für alle, die die Musik nicht nur hören, sondern fühlen!


Darbietungen:
01. Over Cold Murky Rivers
02. Ancient Fortress of Vampirism
03. Skull-Crushing Eastern Storm
04. Dead Forest of Strigoi
05. Blood Cult of the Serpent
06. Arcane Witchers Spell
07. Ritual to the Black Serpent
08. Wrath of the Winter Spirits
09. Of Mordovian Occult Blackness
10. Black March of Slavonic Pest
11. Ode to Hexforest

Laufzeit: ca. 59 Minuten