Montag, 27. Februar 2017

Preview/Review: Gorthaur - Om Cmapцeв (CD, Wolfmond Production - 2017)

Hier ist es nun... das neue Album der hessischen Horde GORTHAUR. Nachdem es nun nicht einmal so lange her ist, dass ich die Vorab-Preview geschrieben hatte, liegt mir hier nun das kommende Album als Promo vor. Ob es die Erwartungen, die das Vorab-Material aufkommen ließ, auch voll und ganz erfüllen kann, lest ihr nun...









Am Sound hat sich soweit eigentlich kaum mehr etwas verändert. Feine Abstimmungen in der finalen Produktionen scheinen noch einmal erfolgt zu sein, und so klingt einiges nicht mehr nach Rohmaterial und die ganze Angelegenheit erhält den nötigen druckvollen Klang. Konzeptionell gesehen präsentiert sich das Album als ein von Lovecraft-Elementen inspiriertes Werk melodischen und symphonischen Black Metals, der mit viel Bombast und Atmosphäre aufwartet, jedoch auch die nötige Räudigkeit nicht außer Acht lässt - die Vergleiche zu den alten Veröffentlichungen von DIMMU BORGIR oder THORNIUM, die ich schon im vorherigen Preview anstellte, kommen hier sogar noch einmal durch diesen letzten Feinschliff des Klangbildes besser zum tragen. Aus schwarzmetallischer Sicht stellt "Chthulhu Rising" weiterhin den intensivsten Beitrag dar, "The Nameless City" ist weiter der atmosphärisch dichte Opener, der sich in anderer Version ja schon auf der Split mit CZARNOBOG befand. Was mich freut, ist dass man sich im Fall von "Lost in the Remants of a tragic past..." für die lange Fassung entschieden hat. Ein wunderbar episches Stück!

Fazit:
Das fertige Album hält in der Tat alles, was die Vorab-Version versprechen ließ und was man nach dem anhören auch erwarten durfte. GORTHAUR präsentieren sich auf ihrem Album anders als noch auf der Split mit CZARNOBOG, erklingen wesentlich professioneller und symphonischer, dafür aber weniger rau. Erscheint in etwa zwei Wochen als Pro-CDr und ist limitiert auf 100 Exemplare. Ich empfehle einen regelmäßigen Blick in den Mailorder von Wolfmond Production.

Werk zwischen symphonischer Erhabenheit und grimmiger Majestätik. Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. The nameless City
02. Горы́ безу́мия
03. The Horror
04. Chthulhu Rising
05. Lost in the Remants of a tragic past
06. II... a Farewell

Laufzeit: ca. 47 Minuten

Sonntag, 26. Februar 2017

Waldseel & Czarnobog & Fognight - Schattengeflecht (CD, Wolfmond Production - 2015)

Der nächste Teil meiner CZARNOBOG-Review-Reihe führt mich nun zu der "Schattengeflecht"-Split aus dem Jahr 2015. Der Hesse bekommt hier Gesellschaft von dem, dem einen oder anderen Leser dieser Seiten bereits bekannten Projekt WALDSEEL aus Niedersachsen und dem Duo FOGNIGHT aus Hamburg, welches mir bis jetzt absolut unbekannt war.








Mit "Ilfrenn" leitet WALDSEEL die Split ein. Unterstützung erhält er dabei von zwei Gastmusikern am Schlagzeug sowie für die Hintergrund-Klangkulisse. Für Zweit genannte zeichnet sich Anxietas von SHARDS OF A LOST WORLD verantwortlich (mit denen WALDSEEL ja später auch noch eine separate Split machen sollte...). Das Liedgut ist wie immer kalt, erzeugt einen wohligen Schauer auf dem Rücken und zeigt sich auch recht atmosphärisch. Ein desolates Gefühl von Einsamkeit und Leere hinterlassend. CZARNOBOG zelebriert mit "Durch schwarzes Hexenmoor" ein recht ungewöhnliches Stück für das Solo-Projekt. Eingeleitet durch sehr atmosphärische und düstere Synth-Klänge geht es über in einen recht hymnischen, aber melancholischen Black Metal, der an alte Tage von CARPATHIAN FOREST erinnert (ich sag' nur "Through chasm, caves and Titan woods"!) oder auch an andere längst verloschene deutsche Schwarzmetall-Projekte wie BELETH (das Solo-Projekt des Sängers von CERBERUS aus Solingen) denken lässt. Auf jeden Fall ungewöhnlich für die Band, die sonst einen eher raueren Stil zelebriert - nichtsdestotrotz aber ein sehr gutes und dichtes Stück, welches sich auch sehr passend zu seinem Titel zeigt. Weiter geht es mit "Vom uralten Hexenbann", welcher von WALDSEEL (Gitarre und Bass) und CZARNOBOG (Schlagwerk und Gesang) zusammen zelebriert wird. Er ist insgesamt etwas rauer und direkter als der letzte Beitrag, weist aber eine ähnliche Grundatmosphäre auf. Prägend ist hier wohl vor allem das Gitarrenspiel in Verbindung mit dem Schlagzeug. Simpel gehalten, aber doch effektiv, wie es nur wenige Kapellen schaffen. Den letzten Song hauen uns die beiden Hamburger von FOGNIGHT um die Ohren. "Erwachen" schimpft er sich und hält gut 14 Minuten andauernde obskure schwarze Tonkunst bereit. Ein 'fröhlicher' Mix aus Drone, Funeral Doom, Dark Ambient und Black Metal. Muss man mögen, ich für meinen Teil finde es ok, hätte aber auch gut drauf verzichten können.

Fazit:
Das wirklich Interessante an dieser Split sind eindeutig die Beiträge von WALDSEEL und CZARNOBOG. FOGNIGHT wirken mit ihrer Sick Art doch eine Spur zu uninspiriert und so dümpelt ihr depressives Allerlei die vollen 14 Minuten einfach so dahin, was eigentlich schade ist, denn daraus hätte man deutlich mehr machen können, wie ja auch schon so manche Kapelle gezeigt hat. Trotzdem stellt "Schattengeflecht" insgesamt betrachtet immer noch eine solide und anschaffenswerte Split dar. Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Kann gut sein, dass Wolfmond Production noch Exemplare auf Lager hat, also einfach einmal nachfragen.

Lohenswerte Split mit Schwächen. Für Anhänger der beiden ersten Gruppen aber allemal interessant!


Darbietungen:
Waldseel
01. Ilfrenn
Czarnobog
02. Durch schwarzes Hexenmoor
Waldseel / Czarnobog
03. Vom uralten Hexenbann
Fognight
04. Erwachen

Laufzeit: ca. 38 Minuten

Review: Hellewijt - Dodenwichelaereij (CD, Eigenproduktion - 2017)

Aus den Niederlanden stammt dieses Duo, welches uns mit "Dodenwichelaereij" (was alt-niederländisch ist und so viel wie "Totenbeschwörung" bedeutet) oder auch "Swartekönst", wie der Rücken der Hülle den Titel angibt, ihr erstes Demo präsentiert. In digitaler Form bereits im letzten Jahr erschienen, folgte noch im Dezember letzten Jahres eine CD im Digipak. Das stellt sich auf den ersten Blick als ziemlich professionell heraus: einfaches Digipak mit einem schicken Silberling. Die Arbeiten so manch einer Underground-Schmiede sehen schlampiger aus.






Musikalisch betrachtet wird dann auch schnell deutlich, dass die beiden schwarzen Seelen Diedschader (verantwortlich für die Gitarren und die Komposition) und Terger (Bass, Schlagwerk und Gesang) sich ebenfalls nicht haben lumpen lassen und auch keine Kompromisse eingehen. Die immer noch rohe Produktion wirkt für eine Eigen-Veröffentlichung aus dem Underground schon recht perfekt, lässt aber wie schon erwähnt auch nichts von ihrer dunklen Räudigkeit vermissen und ist daher alles andere als sauber oder über-produziert. Ein wenig erinnert mich das ganze auch an das Debüt-Album "From the Black Ashes" der Italiener NEBRUS - wobei die italienischen Einflüsse hier natürlich nicht vorhanden sind. Doch Titel wie "Bloedwaan" zeigen doch ein paar Parallelen zu dem Duo, da hier ein ähnlicher okkulter Stil zum tragen kommt, der gar ein wenig Doom-Atmosphäre aufkommen lässt. "Duvelsklökske" hat dann aber wieder diesen unbändigen Schwarzmetall inne und bestätigt mir einmal mehr, dass der Underground in den Niederlanden momentan aktiv, vital und stark wie nie zu sein scheint. Der Song selbst präsentiert sich im schnelleren Midtempo und legt auch gerne hier und da noch einen Zahn zu, artet aber nicht in schierer Raserei aus. "Swartekönst" legt da sogar noch einen oben drauf und hier sticht vor allem die hervorragende Arbeit am Schlagzeug heraus, die meist einem Sturm gleichkommt. Das erinnert dann in der Tat schon wieder etwas an schwedische Kapellen Marke SVARTRIT oder KAOS SACRAMENTUM.

Fazit:
Alter Schwede... oder besser gesagt Niederländer: für eine erste Demo-Präsentation legt das Duo HELLEWIJT hier ein mehr als beeindruckendes Werk ab, was sich nicht nur hören lassen kann, sondern auch sehr viel Charme besitzt. Okkulter Black Metal der alten Schule, der allerdings nicht angestaubt wirkt und mit sehr viel Herzblut und Liebe zum Detail zelebriert wird. Atmosphärische Einspieler und rituelle Elemente werten das Ganze zusätzlich noch ein wenig auf und runden ein ohnehin schon starkes "Dodenwichelaereij" noch einmal ab. Gerüchte besagen, dass es wohl bald auch eine Fassung auf Kassette geben soll. Wann und unter welchem Label diese erscheinen wird, weiß ich allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen. Bis dahin kann die CD direkt über die Band bezogen werden: hellewijt@gmail.com, der Preis beläuft sich auf äußerst faire 5,- Euronnen + P&V.

Niederländischer Schwarzmetall aus dem Untergrund, wie er kaum besser und intensiver sein könnte. Sollte in keiner ernst zunehmenden Sammlung fehlen!


Darbietungen:
01. Wederkerende Vernietiging
02. Bloedwaan
03. Duvelsklökske
04. Swartekönst
05. Dodenwichelaereij

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Samstag, 25. Februar 2017

Review: Norman Shores - Norske herra (CD, Ossuaire Records - 2016)

Es wird wieder einmal majestätisch... das französische Projekt NORMAN SHORES veröffentlichte im letzten Jahr ganz klammheimlich das bereits dritte Voll-Album mit Namen "Norske herra" (soviel wie etwa "nordische Herre"), und zeigt sich einmal mehr sehr episch.









Der Nachfolger zu den Werken "Return to the Norman Shores" aus dem Jahr 2012 und "Le Tombeau du Brume" (2015) steht einmal mehr im Zeichen des True Norman Black Metal, wie der Kopf hinter dem Ein-Mann-Phänomen Fog seine Musik selbst tituliert. Dabei beginnt "Norske herra" eher leicht ungewohnt mit einer eher depressiven Note, geht aber alsbald in den gewohnt erhabenen und epischen Stil über, den man seit den Anfangstagen von dieser Band gewohnt ist. So lässt sich dieses Werk auch ohne weiteres mit, im Underground mittlerweile sicherlich bekannteren Horden wie etwa CAVERNE vergleichen, welche ja ebenfalls ein Solo-Projekt aus Frankreich ist und mit dem Debüt "Aux Frontières du Monde" anno 2015 ein zeitloses Meisterwerk geschaffen hatte, wenn das Projekt als solches auch politisch zumindest fragwürdig anmutet. Wie sich das bei dem Projekt aus der Normandie verhält, vermag ich nicht zu sagen, da mir keine Interviews oder sonstige auffälligen Aussagen bekannt sind. Die Texte jedenfalls sind geprägt von lokal-historischen Ereignissen und natürlich auch Patriotismus, was aber nix heißen muss und ja auch durchaus legitim ist bei solch einer schönen Landschaft wie der Normandie. Musikalisch betrachtet bietet man wie erwähnt zwar nichts gänzlich Neues, aber wer seinen Black Metal episch und mit viel Erhabenheit im Stile der genannten CAVERNE oder FALKENBACH mag, der ist hier genau richtig.

Fazit:
Epischer Schwarzmetall, der nichts an Härte einbüßt, in wohliger Melancholie schwelgt und voller Sehnsucht und Nostalgie steckt. Eines der wenigen Werke der heutigen Zeit, die einem vor Augen führen, dass der französische Black Metal alles andere als tot ist. Die CD kommt im Jewelcase und ist auf 500 Exemplare limitiert. Interessenten aus Deutschland wenden sich am besten vertrauensvoll an Sol Records, welche die CD noch im Distro führen müssten.

Ein weiteres Meisterwerk aus Frankreich. Pflichtprogramm!


Darbietungen:
01. Noirceur ultime
02. Les flamboyants
03. Le ver idolatre
04. Le source
05. Morfond
06. Reidi Ulv
07. Norske herra

Laufzeit: ca. 57 Minuten