Donnerstag, 12. Januar 2017

Review: Darlament Norvadian - Throne Of The Darkness Souls (CD, Wolfmond Production - 2017)

DARLAMENT NORVADIAN aus El Salvador melden sich nun auch zum ersten Mal im neuen Jahr zurück. Wolfmond Prodution veröffentlichte just am gestrigen Tag "Throne Of The Darkness Souls", das erste Album der Horde aus dem Jahr 2007, welches damals in einer äußerst geringen Stückzahl und in Eigenregie auf CDr veröffentlicht wurde.






Zu der Band brauche ich eigentlich nicht mehr viele Worte verlieren, ich halte sie für eine der besten mir bekannten Horden diesen Breitengrades. Diesen Eindruck untermauern auch ihre bisherigen Werke, von denen sich jeweils eine Rezension zur EP "Days Of Suicide" und zur Split "Atmospheric Black Metal" mit dem Polen von MORNIË UTÚLIË auf diesen Seiten finden lassen. Auch das zweite Album "When the Wolves Are Hungry", welches bisher nur auf MC veröffentlicht wurde, konnte absolut überzeugen. Nun also ein Re-Release der allerersten Demo. Insgesamt bekommt man hier vier Lieder um die Ohren, wobei das erste lediglich ein Intro mit Samples und Geschrei darstellt. Der erste Song "Darkness In Lament" geht da dann aber gleich in Vollen und macht deutlich, dass die Herren bereits damals ihr Handwerk verstanden. Klar, der gebotene Black Metal ist straight forward, ohne Kompromisse und nicht gerade innovationsreich - erwartet aber auch keiner. Der DSBM-Einfluss wird im Gesang leicht deutlich, aber es ist sogar für Phobiker des Genres erträglich. Instrumental gesehen geht das aber wie gesagt doch deutlich in die richtig räudiger Underground Black Metal, der hasserfüllt vorgetragen ist. Dabei fällt das interessante Detail auf, dass sich die Titelliste im Gegensatz zur Erstpressung ein wenig geändert hat, vielleicht um so eine sinnvollere Abfolge zu schaffen.

Fazit:
Für eine erste Demo ist das hier vorliegende Werk eigentlich gar nicht einmal so schlecht. "Throne Of The Darkness Souls" ist voller Schwärze, ist jedoch auch mit zahlreichen Ecken und Kanten bestückt, was das Ganze aber irgendwie ziemlich sympathisch und authentisch macht. Dass es die Band inzwischen besser kann, hat sie ja bereits mehrfach bewiesen. Die CD erschien als Pro-CDr im Digipak und ist auf 100 Stück limitiert. Zwecks einer Bestellung wendet euch am besten gleich an Wolfmond Production.

Solider Vertreter des räudigen Underground Black Metal. Schön, dass diese Demo nun einem etwas breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde.


Darbietungen:
01. Throne Of The Darkness Souls (Intro)
02. Darkness In Lament
03. Immortal Fragment Of Sorrow
04. Dark Northern Throne

Laufzeit: ca. 17 Minuten

Montag, 9. Januar 2017

Review: Beheat Gorum de Mentheurd - The Frostbitten Path (CD, Kristallblut Records - 2016)

Das kleine Label Kristallblut veröffentlichte jüngst in Zusammenarbeit mit Wolfmond, die den Vertrieb übernehmen, das Album "The Frostbitten Path" des Projekts BEHEAT GORUM DE MENTHEURD aus Italien, welches nach der ersten instrumentalen Demo der Band benannt wurde, welche den gleichen Titel trug. Angekündigt wird melodischer Black Metal mit symphonischer Note... das ist allerdings nur sehr bedingt zutreffend...



Bei BEHEAT GORUM DE MENTHEURD handelt es sich eher um eine ziemlich experimentierfreudige Band, die zwar summa summarum nichts Neues abliefert, aber doch im Stil sehr gekonnt auf beinahe schon vergessenen Pfaden wandelt. Die Herren mixen ihren erhabenen Melodic Black Metal, der insgesamt an Vertreter der kalten Tage der 90er erinnert mit allerlei Ambient und vor allem Dungeon Synth uind Folklore. Das klingt dann ungefähr so, als hätten sich EVOL noch einmal zusammen getan, um ein gutes Werk aufzunehmen, zusammen mit alten MORTIIS, THORNIUM und DEATH IN JUNE hätten sie zusätzlich nochmal als Gastmusikanten eingeladen. Da tritt der reine Black Metal fast schon etwas zu sehr in den Hintergrund - glücklicher Weise versteht man es aber, aus der doch recht tristen Monotonie des Liedgutes wunderbare Atmosphären zu zaubern. Und gerade bei Dungeon Synth bin ich doch recht vorsichtig geworden, da mich kaum ein Werk dieses Genres seit den letzten Epen von MORTIIS aus dieser Ära mehr berühren konnte. Nämlich genau in diesen Stücken wie "Snowflakes" oder "Malström" liegt die Kraft und Stärke dieses Werkes.

Fazit:
Ein Wagnis, was eindeutig geglückt ist, zwar hatte ich am Anfang noch meine Bedenken, doch dieser Zweifel verfliegt im weiteren Verlauf des Werkes. Man muss sich jedoch öffnen können für diese Atmosphären, die durch ihre monotone Schlichtheit und dauernde Wiederholung dem unaufmerksamen Hörer einiges abverlangen werden. In der Musik sind es Begriff wie 'Sequenz' oder 'Klimax', die solch einen Stil beschreiben. Ein interessantes und effektives Meisterwerk aus dem Underground, was - das kann ich jetzt schon prophezeien - von vielen nicht verstanden werden wird. Bestellungen sind an Kristallblut Records oder Wolfmond Production zu entrichten.

Ein Album, welches sicherlich nicht jeden ansprechen wird. In meinen Augen auch alles andere als perfekt, aber ein starker Beitrag aus dem Untergrund und daher empfehlenswert!


Darbietungen:
01. The Frostbitten Path
02. Across The Icy Stream
03. The Curse Of Kastanje
04. Snowflakes
05. Winds Of Loneliness
06. White Moth
07. Realm Frost
08. Maelström

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Samstag, 7. Januar 2017

Review: Blood Tyrant - Aristocracy of Twilight (LP, Iron Bonehead - 2016)

Die Niederländer BLOOD TYRANT melden sich ebenfalls mit einem neuen Werk zurück. Bereits im Oktober letzten Jahres wurde klammheimlich diese LP unter dem Banner von Iron Bonehead aus Deutschland veröffentlicht. Das Nachfolgewerk zu "Night of Blood Moon", welches es in meine Liste "Empfehlenswerte Demos/EPs 2016" geschafft hat, stellt dann auch gleich einmal klar, dass es sich bei diesem Duo mitnichten um eine Eintagsfliege handelt, sondern um ein ernst zunehmendes Projekt zweier überzeugter dunkler Seelen.




Nun, das konnte man sich eigentlich schon nach dem Genuss von "Night of Blood Moon" denken. Um solch ein Werk dermaßen authentisch rüber zubringen braucht es mehr als nur musikalisches Können. Es gehört Überzeugung dazu, Herzblut - man muss dem Schwarzmetall seine Seele offenbaren und seine Emotionen durch ihn sprechen lassen. Und ja, BLOOD TYRANT scheinen ihre Seelen dem Teufel höchstselbst verscherbelt zu haben, um ihm durch ihre Musik zu preisen. "Aristocracy of Twilight" ist ein Erzeugnis schwarzen Stahls, wie man es heute nur sehr selten findet. Es ist durch und durch hässlich, es strahlt keinerlei Schönheit aus und verteilt auch keinen Funken Hoffnung auf Leben. Da ist nur endlose Kälte und Negativität. Ein Abgrund so schwarz, dass man am liebsten auf der Stelle erblinden möchte. Die Zeit der mystischen und nebelverhangenen 90er Jahre ist hier abermals wirklich sehr gut eingefangen worden, nicht nur in musikalischer, eben auch in ideologischer Hinsicht. Ein Werk, was für sich sicherlich nicht das Prädikat 'Kunst' vereinnahmen möchte, sondern einfach nur zerstören will.

Fazit:
Das zweite Werk der Niederländer steht dem ersten in nichts, aber auch rein gar nichts nach - ganz im Gegenteil. Es steht dabei sehr angenehm im derzeitigen Trend zum 'lebensbejahenden' Black Metal (ein Widerspruch in sich - es amüsiert mich immer wieder aufs neue) der heutigen Zeit. BLOOD TYRANT werden wohl erst verstummen, wenn sich auch der letzte Unwürdige unter dem Einfluss ihrer Musik das Licht ausgeblasen hat. No Trends - No Posers - No Life - No Fun! Fucking Old School und definitiv nichts für Zartbesaitete. Die auf 300 Exemplare LP kommt wahlweise auf schwarzem (150) oder rotem (150) Vinyl. Bestellungen gehen an Iron Bonehead Productions (sind noch bis zum 17. Januar im Urlaub). Mit etwas Glück könnt ihr dann noch ein Exemplar abstauben.

Listen to BLOOD TYRANT and kill yourself or someone you love. True Black Metal it was meant to be! Total Support!


Darbietungen:
A
01. Dawn of a New Supremacy
02. The False Heresy
03. Undying Iron Will
04. Barbaric Wampyrism
B
05. Clandestine Bloodmists
06. Engulfed by Purifying Flames
07. Inertia Meditation

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Review: Moongates Guardian - Let Horse Be Bridled, Horn Be Sounded! (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Aus Russland stammt das Duo MOONGATES GUARDIAN, welche mit "Let Horse Be Bridled, Horn Be Sounded!" Anfang des Jahres ihr sechstes Album veröffentlicht haben. Wohl gemerkt existiert die Band seit 2013 - man zeigt sich also durchaus produktiv. Was das oftmals über die Qualität der Werke aussagt, brauche ich wohl keinem mehr zu erzählen. Andererseits kann man sich als Künstler auch sehr gut austoben, wenn man nur auf selbst-veröffentlichte digitale Werke setzt.





Immerhin überrascht das Album gleich zu Anfang mit einer guten Produktion und einer Aufnahme, die für den geneigten Hörer von atmosphärischem und epischem Black Metal Marke CALADAN BROOD oder SUMMONING kaum Wünsche offen lässt. Epische Sphären, jeder Song eine Hymne für sich, folkloristische Instrumente, akustische Momente, viel Sample-Bombast, die nötige Härte aber nicht vernachlässigend. Das ist genau das, was ich von einem Epic Black Metal-Album erwarte, und genau das bekommt man hier auch in Form von neun Liedern vorgesetzt. Etwas merkwürdig mutete es auch zunächst einmal an, dass sich unter den Liedern auch ein BLIND GUARDIAN Cover in Form von "Lord of the Rings" fand. Das ist aber überraschend gekonnt in ein passendes Gewand gesteckt worden. Fragt sich nur, was die Deutschen davon halten, bzw. ob sie überhaupt wissen, was man hier aus ihrem Lied gemacht hat... aber egal. Hörenswert ist es jedenfalls geworden.

Fazit:
Epic Black Metal aus Russland? Ja, das klappt durchaus. MOONGATES GUARDIAN ist der Beweis dafür. Aber auch EORONT bewiesen ja schon gekonnt, dass sehr atmosphärische Schwarzmetall-Klänge aus Russland möglich sind. Zu den alten Alben kann ich leider überhaupt nichts sagen, wohl habe ich mitbekommen, dass "The Eagle's Song" eine Auswertung auf CD erfuhr - bleibt zu hoffen, dass hier vorliegendem Machwerk das gleiche Schicksal zuteil wird. Lohnen würde es sich allemal. Bis dahin bleibt nur ein Blick auf das Bandcamp-Profil der beiden Mannen, auf welchem man sich das aktuelle Werk in voller Länge anhören und gegen eine Gebühr von knapp 6,80 Euronnen auch herunterladen kann.

Erhabener Epic Black Metal aus Russland. Empfehlenswert für alle Anhänger des Genres!


Darbietungen:
01. Let Horse Be Bridled, Horn Be Sounded! (Instrumental)
02. I Sit Beside the Fire and Think
03. The Dragon Is Withered
04. Elbereth Gilthoniel
05. The Mirror of Galadriel
06. The Lord of the Rings (BLIND GUARDIAN Cover)
07. Beren and Luthien
08. Tom Bombadil
09. The Wind Was on the Withered Hearth


Laufzeit: ca. 41 Minuten